Zuerst sind massenhaft junge Männer und auch Frauen aus Europa abgehauen und haben sich den Terroristen und Mördern des IS angeschlossen und die Staaten konnten relativ wenig dagegen tun. Ja, gejammert wurde ein bisschen über die Irregeleiteten und es wurde auch davor gewarnt, was wohl alles passieren könnte, wenn diese dann ausgebildeten Kämpfer und Kopfabschneider wieder in die Heimat zurückkehren. Denn immerhin haben diese Leute ja noch die österreichische, die deutsche, die schwedische etc. Staatsbürgerschaft. Im Laufe der Zeit wurde es ruhig um neue IS- Enthusiasten. Dafür hörte man vereinzelt Berichte über hiesige IS- Kämpfer, die angeblich oder vermutlich oder vielleicht fast sicher in Syrien oder im Irak getötet wurden.
  Jetzt geht aber der Eiertanz um in Syrien festgenommene IS- Kämpfer erst richtig los. Die Rede ist von zirka 800 IS- Mördern, hauptsächlich Europäern, die großteils in syrischen Gefängnissen in den Kurdengebieten in Haft sind. Und da wird jetzt sinnlos darüber diskutiert, ob man die alle auf einmal in die plötzlich wieder geliebte und geachtete Heimat zurückholen soll, so wie es Frankreich mit seinen zirka 130 Kopfabschneidern vorhat, oder sozusagen Stück für Stück. Den werten Herren Terroristen wäre es verständlicherweise lieber, in der Heimat statt in Syrien vor Gericht gestellt zu werden und sie werden sicher auch die Wohltaten einer heimischen Haftanstalt gegenüber einem syrischen Knast zu schätzen wissen. Und sollte es überhaupt zu einem Verfahren kommen; wer will in Österreich oder anderswo in Europa beweisen, was die Tiefgläubigen im Irak oder in Syrien aufgeführt haben.
  Die Kurden wollen diese Leute wahrscheinlich deswegen loswerden, weil sie befürchten, nach dem irgendwann erfolgenden Abzug der US- Streitkräfte sich nicht mehr um ihre Gefangenen kümmern zu können. Nur; warum überhaupt diese Diskussion? Diese Herrschaften haben sich doch freiwillig zu einer Terrorarmee gemeldet. Sollte da nicht automatisch die Staatsbürgerschaft weg sein? Damit wäre doch auch das Problem der Rückholung gelöst; es gäbe keine. Zu befürchten ist allerdings, dass es im toleranten Europa genau in die Gegenrichtung läuft. In Schweden z. B. wurden vor längerer Zeit ein paar vom IS Zurückgekehrte von der Regierung fürstlich beschenkt, wahrscheinlich um sie bei Laune zu halten. Wie zu lesen war, bekam jeder der Kämpfer ein Haus, alle Sozialleistungen des schwedischen Sozialstaates und eine neue Identität. Damit die Bewohner nicht mitkriegen, wer ihr neuer Nachbar ist. Man könnte auch sagen: Man lässt die Wölfe auf die Schafe los.
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