Der syrische Präsident Assad hat schon vor längerer Zeit an die geflüchteten Syrer appelliert, in ihre Heimat zurückzukehren. Der Großteil des Landes ist ja seit langem sicher bzw. war nie Kriegsgebiet und der IS sei geschwächt und zurückgedrängt, genau so wie die sogenannten Rebellen. Und die Menschen würden ja für den Wiederaufbau benötigt, erklärte Präsident Assad. Da waren sogleich Stimmen aus jenen Ländern zu vernehmen, die einerseits Zielländer der syrischen Flüchtlinge waren und die andererseits den Kampf gegen Assad unterstützten und förderten. Die können doch gar nicht zurück, sagten die auf ganz wichtig, die wurden doch allesamt von Assad enteignet. Was allerdings nicht der Wahrheit entsprach.
  Jetzt hat sich Assad erneut an die Flüchtlinge gewandt und sie ersucht zurückzukehren. Aber nicht an alle Flüchtlinge wandte er sich. Syrien bemühe sich nach Kräften, “alle Vertriebenen, die auf Grund des Terrorismus Vertriebene sind”, in ihre Heimat zurückzuholen, meldete die syrische Nachrichtenagentur unter Berufung auf eine Rede Assads. Zur Rückkehr ersucht werden also all jene, die vor dem Terrorismus geflohen sind. Nicht aber Deserteure, Fahnenflüchtige, Kriminelle, gewesene Mitglieder von Rebellen- oder Terrorgruppen oder Glücksritter, die wegen der Verlockungen des Westens “geflohen” sind.
  Assad sagte auch: “Syrien braucht alle sein Menschen und möchte das Leiden der Flüchtlinge in fremden Ländern lindern”. Damit bezog er sich vermutlich auf die Millionen von geflüchteten Landsleuten, die in erbärmlichen Massenlagern in Jordanien, im Libanon und in der Türkei leben und von denen mittlerweile zehn- oder sogar hunderttausende zurückgekehrt sind. Und er fügte in seiner Rede hinzu, dass einige Staaten, die terroristische Gruppen während des Krieges unterstützten, Syrer von der Rückkehr abhalten und sie für politische Zwecke verwenden. Und zu diesen Staaten gehören ja auch einige EU- Staaten, die immer noch nicht wahrhaben wollen, dass der geplante Sturz Assads nicht funktionierte und auch nicht eine Aufteilung Syriens nach westlicher Vorstellung. Die auch nicht wahrhaben wollen, dass Assad bei der Bevölkerung Zustimmungswerte hat, von denen viele westliche Staats- und Regierungschefs nur träumen können.
Zurück aber zum Aufruf Assads: Warum soll man seinen geflüchteten Landsleuten nicht nahelegen, zurückzukehren? Zumindest jenen, die er wieder haben will. Die, die er nicht mehr will, überlässt er uns, die wir sie voll Begeisterung aufgenommen haben, ja sowieso.
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