Eine nicht alltägliche Meldung in der Zeitung springt dem Leser ins Auge: “Bewaffneter Angriff auf unsere Soldaten in Mali!” Unsere Soldaten? Mali? Afrika? Eine Menge Fragen stellen sich da. Die erste und wichtigste: Was haben unsere Soldaten, was hat das Österreichische Bundesheer im afrikanischen Wüstenstaat Mali verloren, was hat es dort zu suchen? Der Zeitungsartikel klärt darüber ein wenig auf. Es handelt sich um eine EU- Mission, die Teil der Strategie für Entwicklung und Sicherheit in der Sahelzone ist, im Einklang mit einer UN- Resolution steht und der Einsatz kam auf Einladung der malischen Behörden zustande. Die haben aber, wenn überhaupt, sicher nicht Österreich eingeladen, sondern höchstens die EU oder auch nur die UNO oder vielleicht auch die NATO. Die könnte sich aber auch selbst “eingeladen” haben. Da fällt mir ein; ein eher unkluger österreichischer Ex- Verteidigungsminister setzte ja seine ganze bescheidene Energie dafür ein, das Österreich- Kontingent in Mali aufzustocken. Vielleicht wollte er mit seinen “Soldatna” in der malischen Wüste eine neue Kolonialmacht aufbauen und es selbst zu Weltruhm bringen. Ob er jemals ernsthaft über die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit des Einsatzes österreichischer Soldaten in der ehemaligen französischen Kolonie nachgedacht hat, darf bezweifelt werden. Es dürfte aber auch die damalige Regierung , die diesen Einsatz anordnete bzw. genehmigte, nicht viel darüber nachgedacht haben. Übrigens würde es auch der jetzigen Regierung gut anstehen, über Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit dieses Wüstenabenteuers nachzudenken. Unser Bundesheer hat das Land gegen Angriffe von außen zu verteidigen; es hat auf anderen Kontinenten bei Kriegseinsätzen nichts verloren. Auch wenn betont wird, dass die Mission sich nicht an Kampfeinsätzen beteiligt.
  In Mali werden ja immer noch französische Interessen vertreten und dafür sollen unsere Soldaten die Köpfe hinhalten? Eben erst gab es eine Reportage über den CSA- Franc, der in vielen afrikanischen Ländern die offizielle Währung ist und auf Gedeih und Verderb vom Wohlwollen Frankreichs abhängig ist. Eine verschleierte, aber nicht minder wirksame Form des Kolonialismus. Denn: Wer die Währung beherrscht, der beherrscht das Land.
  Es heißt jetzt, Mali sei seit Jahren schon ein Aufmarschgebiet für islamistische Gruppierungen. Wenn man sich dann an Meldungen erinnert, dass Mitglieder islamistischer Terrorgruppen oder gar IS- Leute in Syrien vor dem Angriff syrischer Truppen “gerettet” und evakuiert wurden, kommt ein schlimmer Verdacht auf. Plötzlich tummelten sich IS- Leute und andere Terroristen in Libyen und auch im Nachbarland Mali. Wurden diese Terroristen oder zumindest ein Teil von ihnen evakuiert, weil sie jemand anderswo, nämlich in Libyen und in Mali, brauchte?
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