Dass sich Griechenland mit Lug und Trug in die Eurozone hineinschummelte, ist bekannt. Nicht bekannt, aber auch nicht glaubwürdig ist, dass die EU- Kommission davon nichts wusste. Dass die finanziellen Probleme Griechenlands und die de facto- Staatspleite vor ein paar Jahren zumindest zum Teil durch diesen Betrug ausgelöst wurden, ist auch bekannt. Diese griechische Staatsschuldenkrise kam ja erst nach Abschaffung der Landeswährung Drachme und des damit verbundenen Wechselkursmechanismus richtig zum Tragen. Der IWF weigerte sich, ein Hilfsprogramm für Griechenland zu erstellen und verwies statt dessen an die EU- Partner. Die EU, maßgeblich unter der Sprecherin Merkel, erpresste die Griechen und forderte, entweder die Kreditbedingungen ohne wenn und aber zu akzeptieren oder die Eurozone zu verlassen. Da Griechenland pleite war, musste die Regierung den Forderungen Merkels/der EU zustimmen. Ein IWF- Kredit von 30 Milliarden Euro wurde durch die EU auf 110 Milliarden aufgestockt. Das wurde als Maßnahme zur Rettung Griechenlands und des Euro verkauft. EU und EZB erhöhten den Anteil zur sogenannten „Euro- Rettung“ in Form von drei Kredit- oder Hilfspaketen auf 290 Milliarden und die Griechen sahen sich plötzlich mit insgesamt 322 Milliarden Euro offenen Krediten konfrontiert. 32 Milliarden IWF- Kredit gingen an die Griechen und 239 Milliarden sogenannte EU- Bürgschaften gingen an europäische Banken, denn von den 322 Milliarden waren 271 Milliarden ausbezahlt worden. Die Griechen waren also ganz kräftig über den Tisch gezogen worden. Die Bevölkerung wurde zusätzlich durch die Zerschlagung des Sozialnetzes gestraft, die Arbeitslosigkeit stieg massiv; Löhne, Gehälter und Pensionen wurden drastisch gekürzt und zusätzlich begann die Privatisierung von Staatseigentum. Ein Ausverkauf, dem die Griechen auf Druck von IWF, EU und EZB zustimmen mussten. So kann man es in gekürzter Form auf Wikipedia nachlesen. Und Griechenland hat heute mehr Schulden als jemals zuvor.

Jetzt gab es eine bemerkenswerte Antwort der deutschen Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zur Griechenland- „Hilfe“ im Deutschen Bundestag zu lesen: Demnach hat Deutschland seit 2010 mindestens 2,9 Milliarden Euro an Zinserträgen verdient. Das waren hauptsächlich Gewinne, die griechische Staatsanleihen abwarfen, welche im Rahmen des Securities Market Programme (SMP) der EZB, die von der Deutschen Bundesbank gehalten wurden und dem Bundeshaushalt überwiesen wurden. Es wurden zwar vor Jahren SMP- Zinsgewinne an Athen abgeführt, aber nicht mehr seit 2014 und laut Euraktiv betrugen seit 2010 die Zinsgewinne eben die publizierten 2,9 Milliarden Euro.

Also zuerst massiv Druck ausüben, dann sich als „Retterin“ feiern lassen. Dann eingestehen, dass 2,9 Milliarden an Zinsen verdient wurden und dass man das Geld behalten will. Das ist die Verhaltensweise von charakterlosen „Kriegsgewinnlern“. Sollen das die „Werte der EU“ sein?

Werbeanzeigen