Dass von den immer wieder „die Werte“ betonenden EU- Staaten nicht einmal die kleinste Möglichkeit ungenutzt bleibt, von überall Fachkräfte oder brauchbare Arbeitskräfte oder ganz einfach Menschen mit einem gewissen Intelligenz- Potential und eventuell auch noch Arbeitswillen abzusaugen, ist bekannt. Das weiß man z. B. von Rumänien, von wo ja schon seit Jahren gerne Ärzte und Krankenschwestern abgeworben werden. Dort gab es z. B. Ende 2015 in Bukarest eine Brandkatastrophe und in den Krankenhäusern der Stadt konnten die Brandopfer nicht mehr ausreichend behandelt werden, weil Ärzte und Schwestern fehlten; die waren schon in Deutschland. Ärzte und Schwestern werden aber nicht nur von Rumänien nach Deutschland abgesaugt, sondern auch von anderen Ländern nicht nur nach Deutschland. Der Medizinbereich ist aber nur eine Sparte, allerdings eine sehr wichtige. Es geht jedoch weiter; Pflegepersonal aus der Slowakei oder Slowenien, Montagearbeiter oder Schweißer aus dem ehemaligen Jugoslawien oder Ungarn, Personal für die Gastronomie z. B. aus Tschechien, LKW- Fahrer mittlerweile von den Philippinen oder ganz einfach Fachkräfte für alle möglichen Berufe aus anderen EU- Staaten oder Drittländern. Alles soll abgesaugt werden, alles ist willkommen. Immerhin muss das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden, um die Staatsschulden reduzieren zu können und und die künftigen Renten einigermaßen absichern zu können. Zu dem Zweck hat die EU- Kommission schon vor zehn Jahren per Richtlinie die sogenannte „Blue Card“ eingeführt. Mit der sollte es unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht werden, in die EU einzuwandern. Das funktionierte aber nicht so recht, deswegen wurde die „Blue Card- Richtlinie“ 2016 überarbeitet und die EU- Kommission bedauerte: „Die Blue Card- Richtlinie von 2009 hat ihr Potential, talentierte und hochqualifizierte Drittstaatsangehörige anzuziehen, nicht ausgeschöpft“. Für die Hochqualifizierten sind nach wie vor die USA das Zielland Nummer eins, für Europa bleibt die Masse der Niedrig- und Ungebildeten. Das bestätigte sich bei der Massenzuwanderung 2015/ 2016, wo ja die Politiker EU- weit von den Massen an hochqualifizierten und gut ausgebildeten und hoch motivierten Fachkräften unter den Flüchtlingen phantasierten oder dreist logen; schon lange wissen es alle besser. Darum belügen und betrügen sich die Politiker bzw. Staaten gegenseitig, wenn es um gezieltes Abwerben von Fachkräften geht, egal ob von Drittstaaten oder von anderen EU- Staaten. Und es stört sie nicht im Geringsten, wenn das geistige Potential von wirtschaftlich unterentwickelten Drittstaaten abgesaugt wird und die Entwicklung dieser Länder dadurch gehemmt wird. Äthiopien z. B. will sich das nicht länger bieten lassen; die äthiopische Regierung forderte im letzten Jahr seine Staatsbürger im Ausland auf, in die Heimat zurück zu kehren, da sie notwendig gebraucht werden.

Ein besonders dreistes Stück bezüglich Arbeitskräfte und Wirtschaftswachstum wurde jetzt aus den Niederlanden bekannt. Der Fraktionsvorsitzende der linksliberalen Partei D 66 (Democraten 66), die auch in der Regierung und im EU- Parlament vertreten sind, sagte öffentlich, dass er jährlich 50.000 junge Polen in die Niederlande holen will. Um die Wirtschaft anzukurbeln und um der Überalterung entgegen zu wirken. Also, um die Folgen des Geburtenrückganges auszugleichen. Denn mit der Zuwanderung aus Afrika und Vorderasien, das haben auch die Niederländer festgestellt, lässt sich das nicht bewerkstelligen. Dadurch kann nur die Bevölkerungszahl erhöht werden. Also beteiligt man sich am schäbigen Wettbewerb, anderen Ländern Leute abzuwerben. Und da werden die jungen Bewohner der osteuropäischen EU- Staaten und besonders der Visegrad- Staaten umworben.

Wenn das auch zu den oft betonten „Werten der EU“ gehört, kann einem angst und bange vor der Zukunft werden.

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