Ein Wahnsinniger metzelt in Neuseeland in zwei Moscheen muslimische Gläubige beim Freitagsgebet nieder. Ein anderer Wahnsinniger schießt im niederländischen Utrecht in der Straßenbahn wahllos Menschen über den Haufen, tötet nach ersten Berichten drei von ihnen. Der erste Wahnsinnige, ein Australier, kein Moslem, schreibt in einem 73- seitigen sogenannten „Manifest“ über den norwegischen Massenmörder Breivik, über den „Großen Austausch“, über „Invasoren“, über eine „Atmosphäre der Angst“, die er erzeugen wollte; über Vienna 1683″, über die Kreuzzüge des Mittelalters usw. Beim anderen Wahnsinnigen soll es sich um einen muslimischen Türken handeln, der Verbindungen zum IS haben soll bzw. behauptet hat, für den IS gekämpft zu haben. Er lebte in der Türkei und in Tschetschenien. Der niederländische Ministerpräsident Rutte sagte: „Unser Land ist heute durch einen Anschlag aufgeschreckt worden“. Die Polizei schließt mittlerweile aber eine Beziehungstat nicht mehr aus; vielleicht als Beruhigungsversuch.

Vielleicht ist es aber auch ein „Vergeltungsschlag“ für den Massenmord in Neuseeland. Dann möchte man es aber mit der Angst zu tun kriegen. In Neuseeland gab es bis jetzt als Folge der Schießerei 50 Tote und eine große Zahl an Verletzten. In Utrecht gibt es, so heißt es, bis jetzt zumindest drei Tote und fünf (oder auch neun) Verletzte. Da ist für weitere Wahnsinnige noch viel Potential für einen Gleichstand. Die Utrecht- Schießerei könnte aber noch einen anderen denkbaren Hintergrund haben, wegen der Erwähnung einer IS- Verbindung des wahnsinnigen Schützen. Der IS ist ja in Syrien am Ende. Die letzten Kämpfer werden entweder zusammengeschossen oder sie ergeben sich. Die syrisch- kurdischen Kämpfer haben ja schon sehr viele IS- Kämpfer gefangen genommen, darunter auch viele Europäer. Und da eiern die Regierungen jetzt herum, ob man diese mutmaßlichen oder tatsächlichen Terroristen und Kopfabschneider zurück holen soll oder nicht. Dabei, so konnte man es lesen, haben IS- Kämpfer und sogar Frauen aus der letzten IS- Bastion schon Rache geschworen für die Niederlage und gerufen: „Wir werden uns rächen, und das Blut wird Euch bis zu den Knien stehen … Der Islamische Staat wird bleiben und größer werden“. Wenn dieser Schwur ernst gemeint ist: Gilt der auch für jene westlichen Staaten, die den IS und/oder andere Terrororganisationen im Irak und speziell in Syrien still und leise unterstützten und öffentlich laut und deutlich verurteilten?

Utrecht könnte – zumindest theoretisch – auch der Anfang eines Rachefeldzuges gewesen sein.

Werbeanzeigen