Nach dem Krieg im Jahr 1967, also vor 52 Jahren, hat Israel als Sieger die Golan- Höhen, die ein rechtmäßiger Teil Syriens sind, als Kriegsbeute behalten. Schlicht und einfach annektiert und das bis heute, seit 52 Jahren und es wurden dort auch jüdische Siedlungen gebaut. Diese Annexion wurde weder von der UNO noch von den UNO- Mitgliedern anerkannt, es wurde immer von einem völkerrechtswidrig besetztem Gebiet gesprochen; bis heute. Das soll sich aber jetzt ändern, wenn es nach den USA geht. Das US- Außenministerium spricht nicht mehr davon, dass der Golan “besetzt” ist, sondern dass er “von Israel kontrolliert wird” und der umstrittene und von der Justiz bedrängte israelische Hardliner- Premierminister Netanjahu sagt zu seinem Freund, dem US- Präsidenten, “Danke, Präsident Trump”.
  Wenn der Golan von den USA als israelisches Gebiet anerkannt wird, dann werden andere Staaten freiwillig nachziehen; sie wollen ja nicht als Feinde Israels dastehen. Und andere Staaten werden unter Druck gesetzt werden, diese Anerkennung ebenfalls auszusprechen. Das hat aber unabsehbare Folgen. Diese Anerkennung ändert ja nichts an der Tatsache, dass die Besetzung völkerrechtswidrig war und somit ein Bruch des Völkerrechts legitimiert werden soll. Das wird auch nicht dadurch geändert, dass die Golanhöhen für Israel strategisch wichtig sein sollen und auch wichtig für die Interessen Israels. Da müsste dann z. B. ein eventueller Angriff der USA auf Venezuela oder Kuba auch akzeptiert werden, denn das wäre eventuell auch von strategischer Bedeutung und im Interesse der Sicherheit der USA. Es müsste nachträglich aber auch die angebliche Annexion der Krim durch Russland als legitim anerkannt werden oder der vom Westen erfolgreich durchgeführte Putsch in der Ukraine. Das ließe sich alles mit Sicherheitsinteressen rechtfertigen.
  Diese Anerkennung des seit 52 Jahren besetzen Teil Syriens als rechtmäßigen Teil Israels würde eigentlich das Völkerrecht abschaffen und das “Faustrecht” auf den Thron setzen. Nicht mehr die Stärke des Rechts würde die Norm sein, sondern das Recht der Stärke. Die westliche Wertegemeinschaft würde mit diesem Schritt schlagartig zu einem Haufen Gesetzloser verkommen.
  Aber vielleicht sind sie das schon längst.
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