Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es noch Wahlplakate mit Sprüchen wie z. B. „Daham statt Islam“, ohne dass ein ausgewachsener Polit- Skandal die Folge war. Auch Begriffe wie „Illegale“, „Sozialschmarotzer“, „Wirtschaftsflüchtlinge“ usw. wurden als zwar harte, aber doch treffende Formulierungen für einen Teil der Asylwerber zur Kenntnis genommen. Und es gibt auch noch Leute, die sich dunkel daran erinnern können, dass man für das Aussprechen der Wörter „Neger“ oder „Zigeuner“ noch kein Gerichtsverfahren befürchten musste. Und auch ein derbes „Ach, leck mich doch am A….“ ließ die Welt nicht einstürzen und der Bedachte war auch nicht traumatisiert. Und wenn Kriminelle, egal welcher Herkunft, als „Gesindel“ bezeichnet wurden, ging das auch noch.

Das waren jene Zeiten, als man „einen Spaten noch einen Spaten und eine Katze noch eine Katze“ nennen durfte. Aber dann ist die politische Korrektheit wie eine Geißel Gottes über uns hereingebrochen. Und die Forderung nach Toleranz. Nicht über alle, aber über uns. Und begleitend kam auch das sogenannte „Nudging“ daher. Auf DigitalWiki liest sich das so: „Nudging (Synonym für anregen, lenken, formen) ist eine verhaltensökonomische Methode, bei der versucht wird, das Verhalten von Menschen auf vorhersehbare Weise zu beeinflussen, …“ Beispiele für Nudging sind z. B. Fernseh- und Kinofilme, in denen den Zusehern die hochanständigen und bedauernswerten „Schutzsuchenden“ oder Schwule oder Muslime wärmstens ans Herz gelegt werden. (Böse Zungen sprechen da von „Gehirnwäsche light“ oder auch von Umerziehung) Und mit der politischen Korrektheit werden auch gleich die Maßnahmen gegen tatsächliche oder vermeintliche Verstöße geliefert. „Hate speech“, Hasspostings, Rassismus, Diskriminierung, Verhetzung; mit diesen Delikten konfrontiert, landet man schnell vor dem Richter oder es erfolgt, speziell bei politischen Übeltätern oder bekannten Persönlichkeiten, eine mediale Hinrichtung. Da gibt es kein Erbarmen.

Wie erfolgreich die politische Korrektheit samt Begleiterscheinungen ist, zeigt sich täglich mehr in der Politik. Begriffe wie „Illegale“, „Sozialschmarotzer“, „Wirtschaftsflüchtlinge“ sind aus dem Sprachgebrauch verschwunden. Obwohl sich nichts geändert hat. Einst konservative Parteien pflegen heute ein Image, welches einst ganz links angesiedelten Parteien zur Ehre gereicht wäre. Es ist ein allgemeiner Trend nach links im Gange; man könnte ja als Rechter diffamiert werden oder gar als Neonazi. Konservative und rechte Parteien machten Wahl- und Parteiwerbung mit Begriffen wie „Unser Land“ oder „Unsere Kultur“ oder „Unsere Traditionen“ usw. Das reicht heute, um als „völkisch“ klassifiziert zu werdenund das ist schon ganz nahe an den Nazis. In der EU gibt es zwar dem Namen nach viele verschiedene Parteien. Die Politik, welche in der EU gemacht wird, ist aber längst vereinheitlicht; Unterschiede gibt es nur mehr im Detail. Und wenn sich eine Regierungspartei nicht an die Linie von Brüssel halten will, kriegt sie Ärger. Das spürt jetzt Ungarns Orban. Und bei der zahnlos gewordenen FPÖ in Österreich sieht man wiederum deutlich, dass sie auf Brüssel- Kurs ist. Geredet wird nach wie vor viel, allerdings politisch korrekt. Und ob es politisch korrekt ist zu fragen, wo denn die Rede- und Meinungsfreiheit hingekommen ist, weiß ich nicht.

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