Das Institut für Jugendkulturforschung veröffentlichte jetzt, passend zum Osterfest, das Ergebnis einer österreichweiten Umfrage unter 10- bis 19- Jährigen, wie sie zur katholischen Religion stehen. Ostern ist ja das höchste kirchliche Fest bei den Christen. Das Ergebnis der Umfrage ist sehr aufschlussreich und sollte für die katholische Kirche ein Alarmsignal sein. Auf die Frage, woran sie beim Wort “”Religion” denken, antworteten 38 Prozent mit “nichts”. 34 Prozent der Befragten haben nach eigenem Empfinden keine religiös. weltanschauliche Heimat. Darunter fallen auch die sogenannten “Taufschein- Christen” und Jugendliche ohne Bekenntnis. Und 7 Prozent sagen klipp und klar, dass Religion nichts für sie ist. Das heißt laut Umfrage, dass vier von fünf befragten Jugendlichen mit Religion “nichts am Hut” haben.
  Unter “Kirche” verstehen die meisten der befragten Jugendlichen die kirchlichen Sakramente bzw. Feiern wie Taufe oder Hochzeit oder auch den Glauben als solchen oder Christentum. Auffällig ist, dass unter dem Begriff “Kirche” anscheinend keinem der Jugendlichen ein kirchliches Begräbnis einfiel. Aber das ist vielleicht mit der Jugend zu begründen; da denkt noch keiner an den Tod. Es kam jedenfalls auch relativ viel Kritik an der Kirche zutage, allerdings nicht in Zusammenhang mit Missbrauchsfällen, obwohl das sicher ein großes Thema ist. Aber vielleicht wurde nicht danach gefragt. Wenn man jetzt von einem Stadt- Land- Gefälle ausgeht, was aus dem Umfrageergebnis nicht ersichtlich ist, dann muss das Ergebnis für Städte für die katholische Kirche mehr als besorgniserregend sein. Im ländlichen Raum ist unter den Jungen der christliche Glaube noch vorhanden, wird er noch gelebt. Die Städte müssen laut Umfrageergebnis demnach aus christlicher Sicht religionslose Zonen geworden sein. Wie kann man im Zusammenhang mit diesen Umfrageergebnissen jetzt die Diskussionen um christliche Feiertage sehen, wer hat dann noch Anspruch auf christliche Feiertage? Ist die Bezeichnung “Ungläubige” jetzt schon fast zutreffend?
Nur; was sind die Gründe? Hat sich der katholische Glaube anderen Religionen zu sehr angenähert oder zu wenig? Kommt seine Toleranz einer Selbstzerstörung gleich? Sind auf irgend eine Art und Weise die Priester schuld oder der Papst?Der Klerus ist ja auch nicht immer einer Meinung und das gilt auch für die Päpste. Der “Polenpapst Johannes Paul II verfolgte einen anderen Kurs als der jetzige Papst Franziskus. Auch der Islam hat mit dem Problem zu kämpfen, dass sich Muslime von ihrer Religion entfernen. Allerdings ist das Bekenntnis zur Religion unter jungen Muslimen wesentlich grösser als unter jungen Christen. Und laut Umfragen sind etwa der Hälfte unter den jungen Muslimen die Gebote des Koran wichtiger als die Gesetze des Staates.
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