Was eigentlich schon lange bekannt ist, hat jetzt endlich über die Nachrichtenagenturen auch den Weg zu unseren Medien gefunden. Die Rede ist da von der neuen Route, auf der die Schlepper illegale Migranten in die EU bringen und diese Route führt von der Türkei nach Nordzypern und von dort illegal über die Grenze nach (Süd-) Zypern bzw. in die Republik Zypern ins gelobte Land EU. Die Ironie an der Geschichte ist, dass Nordzypern ja so etwas ähnliches wie eine Filiale der Türkei ist. Nordzypern wurde ja 1974 von der Türkei besetzt und im November 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern ausgerufen. Diese einseitige Ausrufung wurde aber von der UNO für ungültig erklärt. Dorthin, in diese Türkei- Filiale, bringen die Schlepper also ihre Kundschaft. Und die deutsche Kanzlerin Merkel hat mit dem türkischen Präsidenten Erdogan den Vertrag ausgehandelt, wonach die Türkei die Grenzen dicht macht und keine Flüchtlinge und Migranten Richtung EU durchlässt. Da ging es eigentlich hauptsächlich darum, Griechenland zu entlasten und dafür wurden Erdogan 3 Milliarden Euro zugesagt, soweit ich mich entsinne. Dass es auch das leicht zu erreichende Zypern gibt, daran haben Merkel und die anderen EU- Verhandler wohl nicht gedacht.

Schon vor etwa einem halben Jahr fragten mich Bekannte, die als Kreuzfahrer auch nach Zypern kamen, ob mir etwas über eine Schlepper- Route nach Zypern bekannt sei. Ich verneinte und sie lächelten und und erzählten mir, dass die Bewohner von Famagusta in Nordzypern stinksauer und wütend über die Massen von Migranten sind, die von Schleppern dort abgeliefert wurden und die weiter wollten in die Republik Zypern, in die EU. Und von dort weiter nach Mitteleuropa; nach Deutschland und Österreich. Und zu dem Zeitpunkt war im Internet tatsächlich so gut wie nichts über Flüchtlinge und Migranten auf Zypern zu finden. Vor Ort hatten sie bei den Einheimischen aber schon die Schmerzgrenze erreicht und auch überschritten. Und jetzt erfahren auch wir von der Geschichte. So eine Überraschung.

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