Schon der ehemalige US- Außenminister Henry Kissinger sagte es einmal klipp und klar: „Amerika hat keine dauerhaften Freunde oder Feinde, nur Interessen“. Und wie die USA handeln, wird von ihren Interessen bestimmt und da spielt es keine Rolle, wer gerade Präsident ist und ob Republikaner oder Demokraten das Sagen haben. Vor Jahren schon wurden europäische Banken unter Druck gesetzt; Sie mussten den US- Behörden Daten ihrer Kunden oder zumindest bestimmter Kunden bekannt geben. Sie wurden also unter Androhung von Sanktionen gezwungen, das Bankgeheimnis zu brechen. Einige Schweizer Banken z. B. empfahlen ihren Managern damals, nicht mehr in die USA zu reisen, da ihnen dort eventuell eine Festnahme drohe. In den letzten Jahren gab es mehrmals Medienberichte darüber, dass europäische Banken zu Milliardenzahlungen an die USA „verdonnert“ wurden; von den USA oder von US- Gerichten. So genau ging das aus den meisten Berichten nicht hervor. Wahrscheinlich waren irgendwelche US- Interessen (aus Sicht der USA) verletzt worden. Aus den Berichten ging auch nicht hervor, ob das US- Budget oder US- Banken oder irgendwelche Geschädigten die Nutznießer dieser Strafzahlungen waren. Auch der Schlag gegen die europäische Autoindustrie war so eine Sache. Wegen des Diesel- Abgasskandals hatten die europäischen Automarken mit Produktionsstätten in den USA Milliarden an Strafzahlungen zu leisten und es wurden Manager eingesperrt. Dieser Abgaswerte- Betrug wurde auch in Europa geahndet, aber nicht in der Dimension wie in den USA und ob US- Vorschriften und Abgaswerte um so viel strenger sind als in Europa, weiß hierzulande kaum jemand. Von den Strafzahlungen hat jedenfalls irgendwer in den USA profitiert und es war jedenfalls im Interesse der USA, der Konkurrenz der US- Autobauer zu schaden. Europäische Partner von US- Autokonzernen wie z. B. GM oder Chrysler blieben übrigens, soweit mir bekannt ist, unbehelligt. Aber wer weiß; vielleicht produzierten oder verkauften die keine Dieselautos in den bzw. in die USA.

Vor Jahren gab es in der EU den großen US- Abhörskandal unter dem viel bejubelten US- Präsidenten Obama. Da wurde aufgedeckt, dass die so oft zitierten „guten Freunde“ in der EU von den verschiedensten US- Geheimdiensten abgehört wurden; bis hin zu Angela Merkels Handy. Die Aufdeckung dieses Skandals änderte, genau so wie die angeblich so tiefe Freundschaft zu Merkel und zu den EU- Staaten, nichts an der Abhöraktion. Sie ging (und geht) unverändert weiter. Es passiert sicher im Interesse der Nationalen Sicherheit der USA und es hat eigentlich nichts zu tun mit der offiziellen Zusammenarbeit der Geheimdienste. Ein Zauberwort ist sowieso „im Interesse der Nationalen Sicherheit der USA“. Dieses Zauberwort muss ja für fast jeden US- Militärstützpunkt außerhalb der USA herhalten und davon gibt es mehrere Hundert. Aber auch die Einmischung in die internen Angelegenheiten fremder Staaten weitab der USA werden fast immer mit „im Interesse der Nationalen Sicherheit der USA“ begründet, ob glaubwürdig oder nicht. Man hört jedenfalls nie, dass es schlicht und einfach um wirtschaftliche und/oder militärische Interessen und Machtanspruch geht. Das ist aktuell in Venezuela zu sehen, wo ein US- gelenkter Strohmann durch einen Putsch an die Macht kommen soll und parallel die USA mit einem Militärschlag drohen. Angeblich sind momentan zwei US- Flottenverbände in Richtung Venezuela unterwegs. Und es ist sicher ein böses Gerücht, dass der Grund für den Druck auf Venezuela mit dem großen Ölreichtum des Landes zu tun hat. Auch die Vorgangsweise mit den US- Maßnahmen gegen den Iran ist von Interessen bestimmt. Das Land soll durch US- Sanktionen in die Knie gezwungen und wirtschaftlich ruiniert werden und zugleich werden alle Staaten unter Androhung von US- Sanktionen gezwungen, sämtliche Geschäftsverbindungen mit dem Iran abzubrechen. Und fast die ganze Welt lässt sich erpressen. Und mit den Russland- Sanktionen läuft es ähnlich. Es geht immer wieder um wirtschaftliche und strategische Interessen. Es geht um die Installierung von US- freundlichen bis US- hörigen Regierungen. Wenn es darauf ankommt, zählt nicht die so oft betonte Stärke des Rechts, sondern das Recht der Stärke (bzw, des Stärkeren).

Ex- US- Präsident sagte einmal ganz offen: „Wir müssen Gewalt anwenden, wenn Länder nicht das machen, was wir wollen“.

Werbeanzeigen