Da gibt es in Wels eine – womit sonst? – mit öffentlichen Geldern finanzierte Jugendeinrichtung bzw. Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung mit angeblicher Rund- um- die- Uhr- Betreuung, die jetzt, und das nicht zum ersten Mal, in der Kritik steht; in mehr als berechtigter Kritik. Dieses Mal sorgte die Meldung für Aufsehen, dass drei Insassen dieser Wohlfühl- Einrichtung um 3 Uhr morgens beim Einbruch in einem Imbissstand erwischt wurden. Der jüngste der drei „verhaltenskreativen“ Nachwuchseinbrecher ist vor dem Gesetz übrigens noch ein Kind, er ist erst 12 Jahre alt. Vor einem knappen Jahr gab es in dieser Einrichtung sicher nicht grundlos eine von der Staatsanwaltschaft angeordnete Drogenrazzia und die Beamten wurden auch fündig. Sozusagen als „Nebenprodukt“ der Razzia, die vormittags an einem Wochentag durchgeführt wurde, wurde „ein Großteil der Jugendlichen schlafend in ihren Zimmern statt in der Schule vorgefunden“ und es stellte sich heraus, dass da „Langzeit- Schulschwänzer“ dabei waren. Als Rechtfertigung für das Schulschwänzen meinte der Geschäftsführer: „Wir können die Kinder ja nicht mit Gewalt in die Schule zwingen“. Nun ja; Eltern, deren bei ihnen lebenden Kinder und Jugendlichen die Schule schwänzen, haben mit Anzeigen und allen möglichen Strafen zu rechnen.

Als Folge des nächtlichen Einbruchs gab es jetzt ein Krisengespräch. Die geforderte Schließung der Einrichtung mit zweifelhaftem Erfolg ist im Moment „vom Tisch“, heißt es. Dafür wird als erste Maßnahme an den Außentüren eine Alarmanlage montiert, damit sich die jungen Herrschaften bei Nacht nicht mehr still und leise von dannen machen können. Der Geschäftsführer sagt dazu: „Wir dürfen die Jugendlichen nicht einsperren. Das wäre Freiheitsentzug …“. Wie aber schaut es aus mit dem Jugendschutzgesetz, gilt das für diese Früchtchen nicht? Eltern können sich sehr wohl Probleme einhandeln, wenn ihr hoffnungsvoller Nachwuchs spätnachts oder frühmorgens auf der Straße unterwegs ist. Und wenn man sich die Bilder des Gebäudes anschaut, in dem die Einrichtung untergebracht ist: Wäre es vielleicht auch eine Überlegung wert, die Fenster im Erdgeschoß ebenfalls mit Alarmanlagen zu sichern? Zumindest, wenn man es damit ernst meint, nächtliche Streifzüge durch die Stadt oder gar Einbruchstouren zu verhindern. Und vielleicht wäre es auch kein Fehler, einmal ernsthaft über die Aufsichtspflicht des Personals und über die Pflichten des Geschäftsführers dieser Einrichtung nachzudenken. Die Kosten für diese Einrichtung sind nämlich gewaltig. Auf „meinbezirk“ konnte man dazu lesen: „Konkret wird ein Heimplatz mit 5. 400 Euro brutto pro Monat pro Jugendlichem finanziert“. Vom Steuerzahler. Der möchte dann aber auch das Gefühl haben, dass das Geld nicht beim Fenster hinausgeworfen wird.

Und nur so, zum Vergleich: Das Pflegegeld in Österreich beträgt in der höchsten Stufe, der Stufe 7, pro Monat 1. 688,90 Euro netto. Diese Pflegestufe wird gewährt, wenn ein Pflegebedarf von „mehr als 180 Stunden“ im Monat vorliegt, „keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funktioneller Umsetzung möglich sind oder ein gleich zu achtender Zustand vorliegt“. Und das durch eine ärztliche Untersuchung bestätigt wurde. So viel ist im Höchstfall also ein Pflegefall dem österreichischen Staat wert, wenn jemand zu Hause gepflegt wird.

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