Bei Asterix hieß es immer: „Die spinnen, die Römer“. Wenn in letzter Zeit über die globale Politik gesprochen wird, hört man immer lauter: „Die spinnen, die Amis“. Wörtlich vielleicht zwar nicht so direkt, aber dem Sinn nach schon. In den USA hat sich nämlich ein gewaltiger Wandel vollzogen. Die von Trump bevorzugte Parole war und ist: „America first“. Das war ja irgendwie noch zu verstehen und viele US- Bürger waren von dieser Parole auch begeistert. Damit zeigte ihrer Meinung nach der Präsident, dass er sich für die US- Bürger einsetzte, dass er sich für die US- Wirtschaft einsetzte und sie stärkte, somit die Jobs der US- Bürger sicherte. Die Parole des Präsidenten verselbständigte sich aber irgendwann und entwickelte sich zu einem weltweiten Handelskrieg. Der erste Schritt in diesem bösen Spiel betraf die Autozulieferer für US- Konzerne in Mexiko, die wurden massiv unter Druck gesetzt. Dann waren die europäischen Autobauer mit der leidigen Abgasgeschichte dran. Dann (die zeitliche Abfolge ist nicht so wichtig) wurde den Chinesen der Wirtschaftskrieg erklärt und auch die EU bekam die Fast- Allmacht der US- Wirtschaftspolitik in Form von Strafzöllen zu spüren. Die Briten wurden vom US- Außenminister davor gewarnt, von den Chinesen 5G- Technologie zu kaufen, da das für sie (die Briten) böse Folgen hätte. Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland wurden wieder und wieder verlängert und erweitert und die EU wurde mehr oder weniger gezwungen, mitzumachen; allerdings war für einige EU- Staaten nicht viel Zwang nötig. Aktuell wird von den USA Druck gemacht, den Bau der North Stream 2- Pipeline, welche Teile der EU mit russischem Gas versorgen soll, zu stoppen und dafür teures US- Flüssiggas zu kaufen. Dann war vor einem Jahr der einseitige Ausstieg der USA aus dem Atomvertrag mit dem Iran, wurden die Sanktionen gegen den Iran verschärft, wurden quasi weltweit allen Staaten Sanktionen angedroht, wenn sie weiterhin mit dem Iran Geschäfte machen. Dann wollen die USA in Venezuela, wenn nötig oder zumindest nicht ausgeschlossen, auch mit militärischen Mitteln einen Regierungswechsel erzwingen. In Kuba haben die US- Sanktionen jetzt zur Folge, dass Lebensmittel und Hygieneartikel rationiert werden. Dabei ist dieser Wahnsinn kein Privileg Trumps. Sein Vorgänger, der Friedensnobelpreisträger Obama, sagte einmal: „Wenn Länder nicht das machen, was wir wollen, müssen wir Gewalt anwenden“. Also auch kein Guter.

Und zurück zum Iran: Dort schaut es danach aus, dass die USA unbedingt einen Krieg beginnen wollen; gemeinsam mit Israel. Aufgebaut auf Lügen, wie die USA schon einige Kriege begonnen haben. (Stichwort: Massenvernichtungswaffen) Die USA haben eine ganze Flotte samt Atom- U- Boot in den persischen Golf geschickt und eine Staffel B52- Atombomber nach Katar verlegt. Der Wunsch vieler US- Militärs (und auch Israelis) ist es ja, den Iran zu dem zu machen, was aus dem Irak gemacht wurde. Die USA haben aber auch Kriegsschiffe durch die Straße zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland geschickt; als Drohung an wie auch als Provokation gegen China.

Dass die Verhängung von Sanktionen für politische Ziele eine Verletzung der Menschenrechte und der Normen des internationalen Verhaltens darstellen, wenn die Zivilbevölkerung massiv davon betroffen ist, stört weder Trump noch seine Berater noch die Militärs. Das ist bei den US- Zwangsmaßnahmen gegen den Iran, gegen Venezuela und gegen Kuba aber der Fall. (Die EU mit ihrem Dauergerede von „den Werten“ stört es aber auch nicht; sie hält still oder macht sogar mit.) Wenn man sich diese Entwicklung, diese Spirale der Drohungen, der Sanktionen, der Gewaltentwicklung, diese Steigerung des weltweiten Wirtschaftskrieges vor Augen führt, muss die Frage erlaubt sein: „Ja, spinnen die; sind die verrückt geworden?“

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