Dass vor der Wahl noch was gegen die FPÖ kommt, war zu erwarten. Es gibt ja nicht umsonst den Spruch: „Das Beste kommt zum Schluss“ und die linke Jagdgesellschaft hat immer wieder irgendwas gefunden, womit sie z. B. vor einer Wahl glaubte, punkten zu können. Manchmal funktionierte das, manchmal auch nicht. Jetzt dürften bei der linken Jagdgesellschaft aber die Champagnerkorken knallen, denn jetzt haben sie die FPÖ- Spitze eventuell waidwund geschossen. Da sind einmal die Andeutungen des vor ein paar Monaten aus der Haft entlassenen Rechtsextremen Gottfried Küssel, der ein paar Jahre wegen Wiederbetätigung abzusitzen hatte. Der erzählt einige alten Geschichten aus den 1980er Jahren über Strache und sagt da z. B.: „… Da gab es einige lustige Auftritte, über die will ich jetzt aber nicht reden, vielleicht brauchen wir das noch mal“. Das horcht sich so an, als gäbe es da von Strache was zu verbergen. Es horcht sich aber auch nach Erpressung an und die Opposition forderte Strache auch schon dazu auf, Küssel zu klagen. Wohl mit dem Hintergedanken, dass bei einer Verhandlung einiges zu erfahren sein könnte.

Diese Küssel- Geschichte könnte den FPÖ- Jägern ein wenig Munition liefern. Das ist aber nichts gegen das, was jetzt publik wurde. Ein im Jahre 2017 angeblich auf Ibiza mit versteckter Kamera (und somit vermutlich illegal) aufgenommenes Video zeigt, wie Strache und der jetzige Fraktionschef Gudenus auf plumpe Art und Weise auf einen Lockvogel hereinfielen. Die vermeintliche Nichte eines russischen Oligarchen deutete an, Unmengen an Geld, eventuell Schwarzgeld, in Österreich investieren zu wollen. Angeblich ging es im Folgenden um die Abmachung, der „Oligarchin“ in Zukunft sämtliche Staatsaufträge, wie z. B. Autobahnbauten, zukommen zu lassen, wenn sie Anteile der „Kronen Zeitung“ kaufen und der FPÖ zum Wahlsieg bei der Nationalratswahl 2017 verhelfen würde. Im Video soll es aber auch um verdeckte Großspenden an die FPÖ gehen. Das könnte jetzt Strache den Kopf kosten und den Vizekanzlerposten und der FPÖ eine Schlappe bei der EU- Wahl einbringen. Im Kanzleramt und auch bei der FPÖ herrscht jetzt Panik.

Irgendwie erinnert diese Geschichte an den Ex- Minister Strasser, der in Brüssel durch Gier und Dummheit ebenfalls auf eine versteckte Kamera hereinfiel; und dann war es aus und vorbei mit dem einst großen Strasser. Da half es ihm auch nichts, dass die Kamera vielleicht illegal aufnahm. Und für Strache und Gudenus könnte diese Oligarchengeschichte zum „Ibizagate“ werden; Ausgang im Moment ungewiss. Und das eine Woche vor der EU- Wahl!

Wie kann jemand, der Jahr und Tag im Visier seiner Jäger ist, auf diesen alles andere als neuen Trick hereinfallen? Strache und Gudenus sind zum Abschuss freigegeben, und der Traum von Platz zwei bei der EU- Wahl ist spätestens jetzt ausgeträumt. Ich sehe die beiden „Hauptdarsteller“ vor einem imaginären Spiegel (der echte „Spiegel“ hat ja diese Geschichte veröffentlicht, gemeinsam mit der „Süddeutschen“ ) stehen und höre sie sagen: „Wie kann man nur so dumm sein“.

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