Kanzler Kurz hat sich erklärt, der Bundespräsident Van der Bellen hat sich erklärt; beide haben Neuwahlen zum ehestmöglichen Zeitpunkt bestätigt.  Der Auftritt des Kanzlers wurde vom ORF binnen weniger Minuten gleich mehrmals gezeigt; angenehme Höhepunkte kann man nicht oft genug erleben und wiederholen. Es wurde auch von einem Sittenbild der Politik gesprochen. Und Kanzler Kurz hat es bei seiner Erklärung zwar angedeutet, aber von den Reportern und Moderatoren ging auffälligerweise niemand darauf ein; nämlich auf die Tatsache, dass diese Aktion haarscharf zur Arbeitsweise des 2017 für die SPÖ arbeitenden Politikberaters Tal Silberstein passt. Zum jetzt oft zitierten Sittenbild der Politik gehört aber nicht nur das schändliche Verhalten Straches. Dazu gehört auch das Verhalten jener, die mit einer schändlichen Vorgangsweise diese Falle aufgebaut haben. Von diesem werten Herrn wurden ja nach dessen Verhaftung einige mehr als zwielichtige, eher schon kriminelle Aktivitäten im Wahlkampf für die SPÖ bekannt, die letztendlich der SPÖ als Auftraggeber Silbersteins schadeten. Der Verdacht liegt jetzt nahe, und das wird hoffentlich lückenlos aufgeklärt, dass diese Falle in erster Linie für die FPÖ und dann erst für den FPÖ- Chef – damals war sie ja noch Oppositionspartei, aber schon als Regierungspartner denkbar – vom SPÖ- Berater und Wahlkampfstrategen Tal Silberstein und selbstverständlich mit Wissen der SPÖ- Spitze aufgestellt wurde und in die Strache auch prompt hineintappte. Diese politische Bombe hätte sicherlich knapp vor der NR- Wahl im Oktober 2017 gezündet werden sollen. Dieses jetzt veröffentlichte Video, welches die österreichische Regierung sprengte, den Rücktritt von Vizekanzler Strache zur Folge hat und der Grund für Neuwahlen ist, wurde schon im Juli 2017 aufgenommen. Da aber etwa drei Wochen nach der Aufnahme des mit versteckter Kamera gemachten Videos Tal Silberstein von den israelischen Behörden wegen Verdacht auf Bestechung, Geldwäsche, Urkundenfälschung etc. festgenommen wurde und dann Details von „Dirty Campaigning“ im SPÖ- Wahlkampf gegen ÖVP und FPÖ bekannt wurden, war das Video für die NR- Wahl 2017 nicht mehr brauchbar. Es wurde auf Eis gelegt und jetzt hervorgeholt – mit durchschlagendem Erfolg.

Dabei stand nicht nur die Zerstörung der österreichischen Regierung am Plan und die Eliminierung von Strache. Im „Kurier“ konnte man dazu nämlich lesen: „… Offenbar ging es um einen möglichst vernichtenden Schlag gegen das immer stärker werdende rechte Netzwerk in der EU. Dafür hat man das Material Jahre aufbewahrt …“

Ist es vermessen, da eine „politische Verschwörung“ ins Spiel zu bringen?

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