Wie weit soll/ muss man zurückgehen, um die Vorkommnisse der letzten Zeit in der österreichischen Innenpolitik verstehen zu können? Verstehen heißt aber nicht unbedingt akzeptieren. Gehen wir halt zurück bis in den Herbst 2015. Damals hat die sogenannte Massenflucht, die später auf Massenmigration umgetauft wurde, den Grundstein für innenpolitische Zerwürfnisse gelegt. Eines der ersten Opfer war Kanzler Faymann, der bei den Feierlichkeiten zu 1. Mai 2016 von seinen roten Parteigenossen und Anhängern aus dem Amt gepfiffen und gejohlt wurde. Dann folgte der Ex- ÖBB- Chef Kern als Kanzler. Und mit dem sieht der damalige Vizekanzler und ÖVP- Chef Mitterlehner irgendwann keine Möglichkeit mehr zur weiteren Zusammenarbeit, es kommt das berühmte: „Es ist genug“ und sein Rücktritt von allen Ämtern. Mitterlehner sagte aber auch, er sei „kein Platzhalter“ und verweist da indirekt auf den damaligen Außenminister Kurz. Kurz übernimmt Partei und Vizekanzlerposten. Auch er kann aber nicht mit Kern, der der ÖVP eine „Reformpartnerschaft“ angeboten hat. Kurz beendet gemeinsam mit der SPÖ die Koalition; für Herbst 2017 werden Neuwahlen angesagt. Und das Asylproblem war die ganze Zeit ein Dauerthema. Und dann kam es in der heißen Phase des Wahlkampfes zur Nationalratswahl 2017 zur „Silberstein- Affäre“. Tal Silberstein war von der SPÖ wieder als Politikberater angeheuert worden, führte den Wahlkampf und es flog auf, dass er „Dirty Campaigning“ gegen Kurz und die ÖVP betrieb und dabei auch gefakte Facebook- Seiten betrieb. Die sollten den Eindruck erwecken, den Ursprung in der FPÖ zu haben. Und dann wurde Tal Silberstein vor der Wahl auch noch von den israelischen Behörden wegen des Verdachts der Urkundenfälschung, der Geldwäsche und der Bestechung festgenommen und alles wurde publik gemacht; Die Schweinereien im Wahlkampf, Silbersteins Festnahme, seine Verbindungen zur SPÖ, einfach alles. Das war´s für die SPÖ, das Rennen war gelaufen.

Und in dieser Zeit muss auch jenes Skandal- Video entstanden sein, welches jetzt nicht nur Strache und Gudenus erledigte, sondern auch zu Rücktritten und Entlassung von FPÖ- Regierungsmitgliedern führte und der FPÖ bei der EU- Wahl (überraschend geringe) Verluste bescherte. Und als ob das noch nicht gereicht hätte, gab es jetzt zwei Misstrauensanträge im Parlament. einmal von der Liste JETZT gegen Kanzler Kurz und einmal von der SPÖ gegen die gesamte Bundesregierung inklusive der erst vor ein paar Tagen ernannten „Experten“- Minister. Mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ und Liste JETZT wurde der Regierung unter Kanzler Kurz das Vertrauen entzogen.

Nachdem das Strache- Video für die Nationalratswahl 2017 wegen des enormen Medieninteresses an der „Silberstein- Affäre“ nicht mehr eingesetzt wurde, es wäre wohl ziemlich wirkungslos verpufft – vielleicht scheiterte es aber auch an finanzkräftigen Käufern – wurde es „auf Eis gelegt“ und jetzt ganz gezielt vor der EU- Wahl eingesetzt – mit durchschlagendem Erfolg! Es scheint bei der Suche nach den Produzenten Des Videos und auch nach den Hintermännern was weiterzugehen, aber der Schaden ist angerichtet und Österreich steht bis zum Wahltermin im Herbst ohne gewählte Regierung da. Und das deswegen, weil sich wegen der Asylkrise Rot und Schwarz auseinanderstritten, weil sich zwei Narren im Suff wie Idioten verhielten und weil jetzt einige Afterviolinen meinen, sich mit dem Sturz der Regierung profilieren zu können/ rächen zu können/ wichtig machen zu können. Das einzige, was sie wirklich machen können, das ist, sich im Herbst bei der Wahl eine Tracht Prügel abholen.

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