Da gab es letztens in zwei verschiedenen Medien jeweils einen Artikel zu an sich gleichen Thema – und trotzdem grundverschieden waren. Das ist dann doch etwas verstörend. Am 4. 6. schrieb die „Krone“ auf ihrer Online- Seite: „Bürgerkrieg in Syrien – Felder in Brand: 300.000 Menschen auf der Flucht“. Und am Beginn des Artikels ist zu lesen: “ … Angaben eines Sprechers des Welternährungsprogramms WFP zufolge werden von den syrischen Streitkräften Felder mit Gerste, Weizen und Gemüse teils absichtlich in Brand gesteckt“. Das Welternährungsprogramm WFP ist das UN- World Food Programme, also eine UNO- Einrichtung, im Kampf gegen den globalen Hunger. Und am 5. 6. konnte man auf der Online- Seite der DWN lesen: „Lebensmittel als Kriegswaffe – Syrien: Söldner zerstören Ernte, lösen Hungersnot aus“. Und am Beginn des Artikels heißt es: „In der syrischen Provinz Idlib haben Söldner der al- Nusra- Front die Ernte angezündet und Ackerland zerstört, berichtet die UN …“ Und weiter: „Dem Welternährungsprogramm (WFP) zufolge haben Söldner im Nordwesten Syriens Tausende von Hektar … Ackerland in Brand gesteckt und zerstört. Damit hätten die Söldner die Nahrungsmittelversorgung zu einer „Kriegswaffe“ gemacht. Das geht aus einer Mitteilung der UN hervor“

Und wenn man dann den UN- Bericht des WFP- Sprechers liest, klären sich die verstörenden Unterschiede der beiden Artikel auf; es stimmt jeder. Dort heißt es nämlich: „Auf die Frage, wie die Erntebrände begannen, sagte Herr Verhoosel [der WFP- Sprecher], dass sie eindeutig mit der Bombardierung zusammenhängen; es ist im Moment sehr heiß und trocken, dann kann , wenn man eine Bombe hat … ein Feuer ausbrechen. Aber in einigen Fällen wurde es auch als absichtlich von einer Gruppe angezündet gemeldet“.

Ein Teil der Felder begann also als Folge der Bombardierung zu brennen und ein Teil der Felder wurde von einer „Gruppe“, nämlich Söldnern der al- Nusra- Gruppe, vorsätzlich in Brand gesteckt, um eine Flüchtlingswelle auszulösen. Und angeblich sind seit Beginn der Großoffensive in Idlib schon etwa 300.000 Menschen geflüchtet. Die Provinz Idlib ist das letzte syrische Gebiet, welches noch unter der Kontrolle von IS- Kämpfern, von Terroristen wie z. B. Mitgliedern der al- Nusra- Front etc. ist die zum Teil ihre Familien dabei haben und die sich nicht ergeben. Viele dieser Kämpfer wurden ja von anderen Kriegsgebieten wie z. B. Aleppo, wo der IS der Verlierer war, nach Idlib evakuiert, also gerettet. Diese Evakuierungen erfolgten teilweise unter Aufsicht der US- Truppen. Werden sie etwa noch (oder wieder) irgendwo gebraucht? In Idlib versucht jetzt jedenfalls die syrische Armee mit russischer Unterstützung, was vor zwei Jahren im irakischen Mossul die irakische Armee mit Unterstützung von US- Truppen und Kurden machte: Den IS und andere Terrorgruppen vernichtend schlagen. Denn das ist der „Kampf gegen den Terror“.

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