Der G20- Gipfel in Japan war eigentlich ein Schlag ins Wasser, nicht mehr. Beim Klimaschutz wollte die EU ja ganz kräftig draufdrücken, aber das lief nicht nach Wunsch. Es kam zwar eine gemeinsame Abschlusserklärung zustande, es werde aber nicht mehr geben als einen „ähnlichen Text“ wie beim letzten G20- Gipfel und die USA werden sich – so wie beim letzten Gipfel – nicht zum Pariser Klimaschutzabkommen bekennen. Allerdings wenden sich mittlerweile auch andere Staaten vom Pariser Abkommen ab. Also mehr als bescheiden. Und dass auf dem G20- Gipfel entschieden wurde, dass der deutsche Kandidat für die Nachfolge Junckers, der EVP- Mann Manfred Weber, endgültig aus dem Rennen ist, wird die anderen Gipfelteilnehmer relativ wenig interessiert haben. Wahrscheinlich genau so wenig wie die Nachricht, dass die Deutschen sicherheitshalber für Kanzlerin Merkel und ihre Entourage ein zweites Flugzeug nach Japan losschickten. Für den Fall, dass ihre Maschine wieder einmal ausfällt. Interessanter ist sicher, was es über Putin zu berichten gibt. Der sagte ja, dass die Flüchtlingspolitik Merkels ihr „Kardinalfehler“ war. Und wenn man schaut, was Merkels Flüchtlingspolitik nicht nur in Deutschland und nicht nur in der EU, sondern in Europa ausgelöst und angerichtet hat, kann man ihm von den Fakten her nicht widersprechen. Und Putin sprach auch etwas an, was EU- Politiker nie und nimmer zugeben würden. Er sagte nämlich, die Eliten in den USA und in Europa hätten sich von der Mehrheit der Bevölkerung entkoppelt. Das ist genau das, was andere Leute unter „gegen die Bevölkerung regieren“ verstehen. Und auch da hat Putin sicher nicht ganz unrecht. Putin ging aber in seinen Äußerungen noch weiter und sagte, dass liberale Ideen wie Multikulturalismus und die Offenheit für Migration ausgedient hätten. Liberale Ideen setzen seiner Meinung nach voraus, dass Migranten ungestraft tun und lassen können, was sie wollen und das aber so nicht sein darf.

Noch- EU- Ratspräsident Tusk konnte das natürlich so nicht hinnehmen. Er sei mit dem, was Putin sagte, nicht einverstanden. Naja; auch wenn Putin recht haben sollte; er muss doch die „Werte der EU“ verteidigen und da gehört die Befürwortung für Asyl und Migration dazu. Und das will ja auch die UNO so und das war wohl auch der Hauptgrund für die Anwesenheit des UN- „Generals“ Guterres beim Gipfel. Als Ausgleich für die Schelte von Putin gab es für Merkel aber auch Komplimente. US- Präsident Trump gab ihr die Hand, nannte das Verhältnis zwischen ihnen „grandios“ und bezeichnete sie als „fantastische Person'“ und „großartige Freundin“.

Merkel wird wohl noch immer darüber rätseln, wie Trump das wohl meinte.

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