Der Noch- EZB- Chef Mario Draghi erlangte ja traurige Berühmtheit mit seinem Anleihe- Aufkaufprogramm und auch mit seiner Zinsdrückerei. Die EZB kaufte ja zuerst Staatsanleihen, dann auch Firmenanleihen; angeblich zum Wohle der Wirtschaft und zur Stabilisierung des Euro. Für etwa 2,6 Billionen Euro, also für 2.600 Milliarden – diese Größe ist etwas leichter vorstellbar – kaufte die EZB Papiere auf, nahm es mit Sicherheiten dafür nicht gar so genau. Ob mit dieser Maßnahme die Konjunktur angekurbelt wurde, wie eigentlich erwünscht, erhofft und erwartet, sei einmal dahingestellt. Sicher ist nur, dass durch dieses Kaufprogramm die Schulden der Emittenten anstiegen. „Mr. EZB“, Herr Draghi also, senkte aber auch die Zinsen, sogar bis in den Minusbereich. Notenbanken müssen Negativzinsen oder Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB „parken“. Die Banken fuhren die Zinsen für Einlagen von Sparern ebenfalls auf null Prozent oder knapp daneben herunter, dadurch wurden in den letzten Jahren den Sparern in der Euro- Zone X- Milliarden an Zinserträgen regelrecht „gestohlen“. Und mit einer solchen Maßnahme kann der Privatkonsum aber kaum belebt werden.

Mit dem Fluten der Märkte mit billigem Geld wollte Draghi die Banken anregen, mehr Kredite zu vergeben und die Investitionen zu steigern und die Null- Zins- Politik am Privatsektor sollte den Konsum steigern nach dem Motto: „Sparen bringt ja eh nichts“. Und außerdem sollte die Inflation auf etwa 2 Prozent angehoben werden. Aber anscheinend führte alles zusammen nicht zum gewünschten Erfolg, denn Draghi will in den letzten Monaten seiner Amtszeit die fragwürdigen Ankäufe von Staatsanleihen wieder aufnehmen in der Hoffnung, der Konjunktur in der Euro- Zone damit unter die Arme zu greifen. Zusätzlich will er damit seiner Nachfolgerin Christine Lagarde diese Maßnahme ersparen und ihr den Start als EZB- Chefin nicht versauen. Dabei dürfte die Ex- Chefin des IWF und neue EZB- Chefin noch Schlimmeres im Schilde führen als dies Draghi, der ehemalige Goldman Sachs- Mann tat. Christine Lagarde ist nämlich als Gegnerin des Bargeldes bekannt. Sie würde bevorzugen, dass Notenbanken digitale Währungen ausgeben und das Bargeld schrittweise zurückgedrängt und/oder abgeschafft wird. Damit wäre dann der Weg frei für die völlige Kontrolle der Bürger und über das Geld. Vorbei wäre es mit Bargeld „unter dem Kopfpolster“, der Bürger und Konsument wäre der monetären Allmacht von Staat und Banken ausgeliefert und niemand könnte dann noch seine Ersparnisse in Sicherheit bringen vor einer sogenannten „Sonderabgabe“ von z. B. 10 Prozent auf alle Vermögenswerte, wie sie Frau Lagarde schon einmal zur Senkung der Staatsschulden forderte. In dieses Bild passt dann auch die Meldung, dass vorerst in Deutschland der anonyme Goldkauf, das sogenannte „Tafelgeschäft“, eingeschränkt oder völlig aufgehoben werden soll. Bis jetzt darf ja in Deutschland wie auch in Österreich (und vielleicht auch in anderen EU- bzw. Euro- Ländern) Gold in Form von Münzen oder Barren bis 10.000 Euro anonym gekauft werden; als Krisenvorsorge oder warum auch immer. Und das Wirtschaftswachstum geht zurück und der Goldpreis steigt momentan und Staaten wie z. B. auch Polen holen ihre im Ausland gelagerten Goldreserven nach Hause. Alle diese Maßnahmen verheißen nichts Gutes.

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