Die große Empörung über das „Ibiza- Video“ hat sich längst gelegt und seither haben sich viele Leute darüber gewundert, dass es von offizieller Seite dazu nichts mehr zu berichten gab. Man hatte fast den Eindruck, dass, wenn überhaupt wer Interesse an einer vollständigen und lückenlosen Aufklärung hat, es die FPÖ ist. Aus verständlichen Gründen, denn der Ex- Parteichef und der Ex- Vizekanzler Strache ist eben wegen des Videos bzw. seiner darin gezeigten Äußerungen heute der „Ex“ und die kommende NR- Wahl haben wir ja ebenfalls dem „Ibiza- Video“ zu verdanken. Und wenn es Neuigkeiten in der Sache gab, dann wurden die meist von einem „unabhängigen Magazin für Österreich und Europa“ im Internet veröffentlicht und häufig übernahmen andere Medien Artikel dieser Seite.

Jetzt gibt es wieder einmal Neuigkeiten in Sachen „Ibiza- Gate“. Einer der bisherigen „Hauptdarsteller“, (es können ja immer noch andere aus dem Nichts auftauchen) der Begleiter der angeblichen russischen Oligarchin im Video, klagte eine deutsche Zeitung wegen übler Nachrede. Die Zeitung „Die Zeit“ hatte nämlich den Detektiv einen FBI- Mitarbeiter genannt und auch seine Drogendelikte erwähnt. Der Detektiv bestreitet auch, dass das Video „zur Bewahrung der Demokratie in Österreich“ angefertigt wurde, wie ein Wiener Rechtsanwalt als einer der Hintermänner des Videos behauptete. Der Detektiv sagt aber nicht, was der wahre Grund für die Erstellung des Videos war. Und der Wiener Anwalt wurde als einer der Hintermänner zwei Monate nach dem „Ibiza- Skandal“ noch nicht von der Staatsanwaltschaft einvernommen; so konnte man es zumindest in einer Gratiszeitung lesen und dort war auch zu lesen, dass aus Ermittlerkreisen zu hören war, dass die Ermittlungen in dem Fall „sehr schleppend“ verlaufen würden. Auf einer Internetseite wird auch bekrittelt, dass die Ermittlungen gegen den Rechtsanwalt und den Detektiv „auf der niedrigen Ebene von Datenschutzverletzungen und anderen „geringen“ Vergehen“ geführt werden und es somit weder Hausdurchsuchungen noch internationale Haftbefehle gebe.

Vor der Verhandlung ließ jetzt der Anwalt der Zeitung „Die Zeit“ aufhorchen. Der sagte nämlich mit Blick auf den Kläger, den Detektiv: „Ich finde es höchst erstaunlich, dass das Gericht die schützende Hand über einen Mann ausbreitet, der mit seinem Vorgehen Österreich erschüttert und die Regierung gekippt hat“. Das ist in der Tat höchst erstaunlich. Der Detektiv behauptet in einer eidesstattlichen Erklärung allerdings, dass er Jahre zuvor „für eine österreichische Behörde eine Operation“ durchgeführt habe. Da kann man dann die schützende Hand ganz anders sehen.

Es wird immer unwahrscheinlicher, dass „Ibiza- Gate“ vollständig aufgeklärt wird. Weil es Kreise gibt, die kein Interesse an einer Aufklärung haben oder diese sogar verhindern wollen bzw. werden. Danach schaut es zumindest aus.

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