Der durch eigene Schuld tief gefallene Ex- Parteichef der FPÖ und Ex- Vizekanzler Strache wird jetzt von allen Seiten angefeindet, verspottet, hämisch kritisiert, von Polit- Experten niedergemacht. Warum schon wieder? Er hat nach dem Ibiza- Skandal sein erstes Interview gegeben und noch dazu ein sehr umfangreiches und ausführliches; es dauerte fast eine Stunde. Besonders angekreidet wird ihm die Tatsache, dass es nicht ein österreichisches Medium war, mit dem er das Gespräch führte, sondern mit dem deutschsprachigen Sender „Russia Today“, mit „RT Deutsch“ und deswegen ist auch die FPÖ nicht gerade begeistert. Mit einem Sender also, der gerne als „Propagandasender Russlands“ bezeichnet wird und der mit russischem Geld bezahlt wird. Es wird aber fast nie erwähnt, dass viele Medien in Österreich ebenfalls von öffentlichem Geld am Leben erhalten werden; durch Presseförderung z. B. oder durch Inserate staatsnaher Institutionen. Oder, wie im Fall des ORF, durch gesetzlich geregelte Zwangsbeiträge. Und es heißt sicher nicht umsonst: „Wes´Geld ich nehm, des´Lied ich sing“.

In gewisser Weise ist die Entscheidung Straches, das Interview mit einem ihm freundlich gesinnten oder neutralen Medium zu führen, auch nachvollziehbar. Auch wenn man seine Beziehungen zu Russland außer acht lässt; warum soll er sich an ein Medium wenden, von dem er nur verteufelt wird? Und die Tatsache, dass er „RT“ Rede und Antwort stand, garantiert auch, dass das heimische Medieninteresse groß ist und sein Interview zum Thema in der Öffentlichkeit wurde. In Österreich zumindest, denn in Deutschland z. B. wird die Sache nicht groß thematisiert, obwohl der Ibiza- Skandal sehr wohl als große Sache gesehen wurde und die Aufdeckung ja von deutschen Medien ausging.

Dass in Österreich die „Krone“ am intensivsten über das Interview berichtet, verwundert nicht.Die hat sich ja seit dem Ibiza- Skandal auf Strache bzw. auf die FPÖ eingeschossen; wahrscheinlich wegen der im Ibiza- Video getätigten Aussagen bezüglich Übernahme der „Krone“ durch den rechtskräftig verurteilten Immobilien- Spekulanten und Kurz- Freund Rene Benko. Der hat zwar Anteile der „Krone“ und auch des „Kurier“ erworben, aber ohne Zutun von Christian Strache. Eine deutsche Mediengruppe wollte aus irgend welchen Gründen einfach Anteile veräußern und es ist leicht möglich, dass Benko noch weitere Anteile zum Kauf angeboten werden. Er könnte ohne weiteres auf 49 oder 50 Prozent kommen.

Das Interview:

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