Es gab einmal eine Zeit, da waren Polizisten oder Gendarmen angesehene Leute, Respektpersonen, und waren in der Beliebtheitsskala ziemlich weit oben angesiedelt. Sie waren wer, wie man so sagt. Und es war nicht ungewöhnlich, dass zu Weihnachten einem Polizisten, der an einer Kreuzung den Verkehr regelte, von Passanten Geschenke übergeben wurden. Das war auch die Zeit, in der Polizisten noch alleine und zu Fuß auf Streife waren. In der sie noch keine kugel- oder stichsichere Weste brauchten. Das war damals die Situation in den westlichen Ländern und im Ostblock war es nicht viel anders. Beliebt waren die Polizisten in der DDR, in der CSSR etc. nicht unbedingt, aber auch sie wurden respektiert, ihren Anweisungen wurde Folge geleistet. Seither hat sich viel geändert und auch der sogenannte Ostblock ist längst Vergangenheit.

Heute liest oder hört man fast alltäglich, dass Polizisten beschimpft, bespuckt, gebissen, geschlagen werden – im Dienst. Mehr und mehr Polizisten werden im Dienst verletzt, in den Krankenstand geprügelt, dienstunfähig geschlagen und Jahr für Jahr kommen Beamte im Dienst durch Gewalteinwirkung ums Leben. Und sie müssen bei jeder Amtshandlung damit rechnen, per Smartphone gefilmt zu werden. Sie müssen damit rechnen, dass diese Videos – ob bearbeitet oder nicht – ins Netz gestellt werden und sie selbst durch die Medien und vor Gericht gezerrt werden. Traumberuf ist der Beruf des Polizisten längst nicht mehr und viele würden sich bei einer neuerlichen Berufswahl auch anders entscheiden. In Schweden, so konnte man unlängst lesen, denken 80 Prozent der Polizisten über einen Berufswechsel nach. Die Gesamtsituation verschlechtert sich eher als sie besser wird. Die Polizei wird z. B. wegen eines Raufhandels gerufen und sieht sich plötzlich einer von den Beteiligten per Handy herbeigerufenen aggressiven Mehrheit gegenüber. Die Polizei ist oft schon, auch auf Grund der Politik und der Justiz, machtlos. Sie hat auf Grund einer falschen Politik, falscher Signale durch die Justiz, falsch verstandener Toleranz und politischer Korrektheit die Hoheit „auf der Straße“ verloren. Es kann doch nicht sein, so wie in Berlin, dass Drogenhändlern in Parks offiziell „Verkaufsflächen“ zugewiesen werden, auf denen sie ihren kriminellen Geschäften nachgehen dürfen und die Polizei muss ohnmächtig zuschauen. Es gibt längst in allen größeren Städten sogenannte „No- go- Areas“, obwohl das von offiziellen Stellen bestritten wird. Wenn jetzt einige Politiker, aber eben nur einige, aufwachen aus ihrem Dämmerschlaf, und Respekt für die Polizisten einfordern, dann ist das fast lächerlich. Die Politik soll, gemeinsam mit der Justiz, gefälligst dafür sorgen, dass sich die Polizei selbst wieder Respekt verschaffen kann. Das geht natürlich nur, wenn sie sich nicht bei jeder Gelegenheit verprügeln lassen muss. Die Polizei muss sich wieder durchsetzen können, auch wenn vielen Guten und Toleranzforderern das nicht passt. Aber Anarchie, die „Gesetze der Ehre“, archaisch anmutende Racherituale haben in unserer Gesellschaft nichts verloren. Es soll nicht das Recht der Stärke herrschen, sondern die Stärke des Rechts. Auch wenn dafür hart durchgegriffen werden muss.

Ein mir unbekannter Autor schrieb: „Das Problem mit den Asylanten und Wirtschaftsflüchtlingen ist, dass sie ihre Kultur mitbringen, die bei ihnen zuhause zu den Zuständen geführt hat, vor denen sie geflohen sind“.

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