Wenn vom IS, vom Islamischen Staat, die Rede war, dachte man eigentlich immer an die Köpfe abschneidende, ihre Gefangenen umbringenden, bärtigen islamistischen Terroristen und Mörderbanden, die vor ein paar Jahren plötzlich auftauchten und sich im Irak und in Syrien einnisteten. Sie riefen ein islamisches Kalifat aus, eben den Islamischen Staat, waren gut organisiert, gut bewaffnet und ausreichend ausgebildet, um schnelle Landgewinne zu erzielen und ihre Gegner in Bedrängnis zu bringen. Und sie hatten von irgendwo auch ausreichend Geldmittel, um ihre Kämpfer zu bezahlen. Tausende aktive Kämpfer kamen ja auch aus EU- Staaten und anderen europäischen Ländern, genau so wie aus Tschetschenienund sonstigen zentralasiatischen islamischen Ländern, um in den Dschihad, in den Heiligen Krieg, zu ziehen. Aus Österreich oder Deutschland und anderen Ländern reisten auch junge Frauen illegal über die Türkei nach Syrien, um sich dem IS anzuschließen. Im Irak und in Syrien wurde der IS von kurdischen Einheiten, der irakischen und der syrischen Armee, von iranischen Einheiten, von der die syrische Armee unterstützende russischen Luftwaffe bekämpft. Wenn die Rede war von den Türken, Saudis, US- Amerikanern oder wer immer sonst noch in Syrien militärisch aktiv war im Kampf gegen den IS, war das Wort „angeblich“ angebracht. Man hörte nämlich immer wieder gerüchteweise, dass diese Staaten den IS unterstützten. In Syrien ging es ja vordergründig darum, Präsident Assad militärisch zu besiegen und und zu stürzen und da war auch der IS, genau so wie eine Unzahl anderer Terrororganisationen, wie sogenannte „moderate Rebellen“ oder „Oppositionstruppen“, sehr hilfreich. Die „guten“ IS- Kämpfer und Terroristen kämpften in Syrien und die „bösen“ IS- Kämpfer und Terroristen verübten Anschläge in der westlichen Welt; so war die Klassifizierung.

Und als in Syrien und im Irak der IS zum Verlierer wurde, wurden tausende IS- Kämpfer samt Waffen von den Westmächten evakuiert, in Sicherheit gebracht. Sie könnten ja noch irgendwo gebraucht werden. Und jetzt wird plötzlich Alarm gerufen. Experten sind sich einig, dass der IS noch lange nicht besiegt ist und besonders die Rückkehrer eine Gefahr darstellen. Bis zu 100.000 Dschihadisten, so wird geschätzt, sind weltweit untergetaucht. Das mag viel zu hoch geschätzt sein, aber auch ein Viertel davon wäre schon eine Horrorvorstellung. Das wären 25.000 potentielle Terroristen, die immer wieder von irgendwelchen Kreisen mit allem unterstützt werden, was sie benötigen. Tausende von ihnen werden in unserer Nachbarschaft, auf dem Balkan, vermutet. Von dort kamen ja auch viele Hassprediger und IS- Rekrutierer. Auch in EU- Staaten wie Österreich und Deutschland wurden schon Islamistenzellen ausgehoben und werden Schläfer vermutet. Und als ob das noch zu wenig an Gefährdung wäre, beginnt man jetzt auch noch mit der Rückholung von IS- Frauen und Kindern aus kurdisch- irakischen Gefangenenlagern nach Österreich, Deutschland und anderen Staaten. Frauen und Kinder mit Waffenausbildung und IS- Ideologie im Kopf und das trotz Angst vor Terroranschlägen. Aus Rache für die getöteten Ehemänner zum Beispiel.

Donald Trump hat übrigens im Wahlkampf im Jahr 2016 mehrmals Präsident Obama und der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton vorgeworfen, den IS gegründet zu haben. (… Hillary Clinton and Obama have created the ISIS Terror Group …)

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