Der SPÖ- Wahlkampf läuft nicht zufriedenstellend, die Roten treten auf der Stelle. Obwohl die FPÖ den Ibiza- Skandal am Hals hat, ist sie in Umfragen fast gleichauf mit der desorientierten roten Rendi- Truppe. Und die ÖVP mit Kurz an der Spitze ist trotz der Diskussionen über Überschreitung der Wahlkampfkosten, trotz Störfeuer vom „Falter“ (das ist ein ganz linkes Wiener Wochenblatt, wenn ich mich nicht irre, und dürfte von der Presseförderung am Leben erhalten werden) und trotz vermuteter bzw. behaupteter Verbindungen zum „Ibiza- Skandal“ aus heutiger Sicht uneinholbar in Führung, obwohl Rendi- Wagner vor TV- Kameras immer noch vom Wahlsieg fantasiert. Falls Frau Rendi- Wagner tatsächlich und ernsthaft an den Wahlsieg glaubt, wäre ihr vielleicht die Konsultation eines Facharztes anzuraten.

Um das Ruder – zumindest theoretisch – noch herumreißen zu können und den laut Umfragen riesigen Abstand von etwa 15 Prozent zwischen der führenden ÖVP und der SPÖ auf wunderbare Weise in eine SPÖ- Führung umzuwandeln, traten jetzt zwei rote Ex- Kanzler zur Unterstützung an. Ob Franz Vranitzky und Alfred Gusenbauer, das sind die zwei Nothelfer, aber im Wahlkampf was zum Positiven bewegen können, darf bezweifelt werden. Die Österreicher sind grundsätzlich einmal nicht begeistert über Zurufe vom Balkon. Und bei Vranitzky haben viele Österreicher auch noch nicht vergessen, wie er seinerzeit die Mehrheit der Österreicher überreden konnte, für einen EU- Beitritt zu stimmen. Den Pensionisten gaukelte er vor, dass ohne EU- Beitritt die Renten nicht mehr sicher seien. Die Österreicher wissen es schon lange besser: Die Renten sind trotz oder gerade wegen der EU- Mitgliedschaft nicht sicherer geworden. Den Arbeitern gaukelte er vor, dass es ohne EU- Beitritt zur Massenarbeitslosigkeit kommen würde und vor etwas mehr als 10 Jahren sah es trotz EU- Mitgliedschaft alles andere als gut aus am Arbeitsmarkt. Und allen Österreichern gaukelte er vor, dass wir ohne EU vor die Hunde gehen würden. Gusenbauer wiederum, der schon in der Sandkiste davon träumte, Bundeskanzler zu werden und der es gar nicht mag, wenn er mit „Gesudere“ konfrontiert wird, ist sicher auch nicht der ideale SPÖ- Unterstützer. Er wurde ja, wie viele andere Ex- Politiker auch, nach seiner kurzen Kanzlerschaft ein Politik- bzw. Politikerberater und Lobbyist und baute sich ein Firmennetzwerk auf. Und wie so zwischendurch zu erfahren war, war er in der Auswahl seiner Klienten alles andere als wählerisch. Hauptsache, die Gage stimmte. Die stimmte beim umstrittenen Präsidenten von Kasachstan sicher. Im Wahlkampf 2017 war bei der SPÖ ein gewisser Tal Silberstein als Wahlkampfberater für Kanzler Kern tätig, der wegen „Dirty Campaigning“ in Verruf kam. Und mit diesem Tal Silberstein ist wiederum Alfred Gusenbauer geschäftlich eng verbunden.

Diese zwei roten Ex- Kanzler sind eher ein Hindernis als eine Unterstützung für die Roten im Wahlkampf.

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