Mit seinem Artikel „Unheimlich ist es geworden“ in der Sonntags- „Krone“ hat Dr. Woltron wieder einmal voll ins Schwarze getroffen. Es stimmt ja: In der „Ibiza- Sache“ hat man den Eindruck, dass die Ermittler auf der Stelle treten – oder soll etwa, zumindest vor der Wahl, nichts aufgeklärt und niemand aufgedeckt werden?- Bei der Brandstiftung in der FPÖ- Landeszentrale das gleiche Spiel; es geht nichts mehr weiter, zumindest gibt es keine Informationen darüber für die Öffentlichkeit und ob es je zu einer Aufklärung kommt, ist ungewiss. Dann der „Datenklau“ in der ÖVP- Zentrale. Als die ÖVP diesen Datendiebstahl, diesen Hack, der über einen langen Zeitraum lief und bei dem Unmengen an parteiinternen Daten gestohlen und manipuliert wurden, der Öffentlichkeit bekannt gab, Anzeige erstattete und Profis zwecks Klärung ansetzte, konnte man sich wegen der Reaktionen darauf das Lachen kaum verhalten. „Der Russe war´s“, vermeinten einige ganz Schlaue und Lustige zu wissen. Die Russen mischen sich in den Wahlkampf ein, versuchen die kommende Wahl zu beeinflussen, so wie sie es anderswo auch schon gemacht haben. So verkündeten einige Leute mit ernsten Gesichtern. Andere wiederum meinten, das Ganze sei einfach eine Erfindung der ÖVP, nichts weiter. Eine neue Wahlkampftaktik. Die ÖVP hätte den Datendiebstahl erfunden, um als vermeintliches armes, bedauernswertes Opfer dunkler Mächte Mitleid zu haschen und mit ein paar Stimmen dafür belohnt zu werden. Mittlerweile weiß man angeblich ein wenig mehr. Der Datendiebstahl ist bestätigt und eine Spur führt – man glaubt es kaum – nach Frankreich. So wird es zumindest berichtet. Da möchte man in Hinblick auf den gemeinsamen Nenner EU fast von einem „Kriminalfall unter Brüdern“ sprechen. Und waren bei den EU- Sanktionen gegen Österreich wegen der damaligen ÖVP- FPÖ- Regierung unter Schüssel und Haider nicht auch die Franzosen ganz vorne dabei? Wiederholt sich die Geschichte?

Allerdings gibt es, wie berichtet wird, eine weitere heiße Spur zu einem Computer- Netzwerk in Österreich. Auch das ist nicht auszuschließen, denn auch bei den damaligen Sanktionen gab es Gerüchte, dass diese Sanktionen von österreichischen Politikern „bestellt“ wurden und somit würde sich auch hier die Geschichte wiederholen. Und auch der Grund könnte eventuell der gleiche sein wie damals bei den Sanktionen, ob bestellt oder nicht. Es könnte auch jetzt wieder befürchtet werden, ob in einer gemeinsamen Regierung oder nicht, dass sich die FPÖ sowieso und die ÖVP unter Umständen von der vorgegebenen Linie der EU entfernen könnte. Und um das zu verhindern, arbeiten eben dunkle Mächte im Hintergrund. sie sollen Verwirrung stiften, verunsichern. Man soll nicht mehr klar erkennen, ob man mit Marionetten samt ihren Phrasen konfrontiert ist oder mit Politikern mit eigener Meinung. Und man soll auf keinen Fall mitkriegen, worum es in dem Spiel „Politik“ wirklich geht.

Reinhard Mey sang schon vor Jahren: „Sei wachsam. Und sei auf der Hut“. Aber ob das heute noch reicht?

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