Wochenlang wurden die Fernsehzuschauer gequält mit Sendungen zum Wahlkampf wie: Elefantenrunde, die Duelle, Wahlkampf, Klartext, Polit- Blind- Date und wie sie alle heißen. Das heißt, gequält wurden die, die sich quälen ließen und sich diese Zeitverschwendung ansahen. Und diese Sendungen waren Zeitverschwendung, das steht fest. Die Parteispitzen bzw. die Spitzenkandidaten tingelten von einem Fernsehstudio ins nächste – ein halbes Dutzend sind das gleich einmal – und bekamen von den Moderatoren immer wieder die gleichen, teils dämlichen bis dümmlichen Fragen gestellt, die sie jedesmal mehr oder weniger gleichlautend beantworteten. Ebenfalls zum Teil dämlich bis dümmlich, aber auch nichtssagend. Die Gespräche zwischen den Spitzenkandidaten waren selten was Besonderes, glitten öfters ab auf tiefes Niveau, wurden untergriffig. Ja, vereinzelt verspürte man förmlich eine sich steigernde Feindseligkeit. Die einen überstanden eine Runde fast ohne Gefühlsregung, einem „Poker- Face“ vergleichbar. Andere wiederum zeigten wiederholt ein gekünsteltes, fast gequältes Grinsen; als Lächeln ging das nicht mehr durch. Es hatte Ähnlichkeit mit dem Werk eines Holzschnitzers aus den Alpen.

Jetzt ist der Spuk auf den Fernsehschirmen vorbei, die Pflicht ist beendet. Was jetzt noch folgt, ist die Kür. Das sind die Wahlveranstaltungen in Städten und Dörfern, gemeinsam mit den Lokalpolitikern. Das „Bad in der Menge“. Und wer von den potentiellen Wählern des Polit- Spektakels noch immer nicht überdrüssig ist, der geht auch zu den Wahlveranstaltungen des persönlichen Lieblingspolitikers. (Gibt es trotz Allem!) Zur Veranstaltung einer Partei, die man mit Sicherheit nicht wählt, geht man ja sowieso nicht. Auch nicht, um sich ein Werbegeschenk in Form eines Kugelschreibers oder eines Feuerzeuges zu holen. Und da nur die hingehen, die diese Partei zu wählen gedenken, sind diese Veranstaltungen „für die Würscht“ und das Geld dafür ist hinausgeschmissenes Geld. Steuergeld natürlich, was sonst.

Der Spuk auf den TV- Schirmen ist also vorbei, das ist fast ein Grund zum Feiern. Und da es nach den diversen Wahlkampfsendungen sogenannte Analysen gab von Politik- Beratern, Zeitungs- Kommentatoren, Politik- Wissenschaftlern etc., kann man auch zu denen ein Wort verlieren. In privaten Gesprächen wurde bestätigt, dass bei diesen Analysten, egal nach welcher Sendung oder auf welchem Sender, ein mehr oder weniger ausgeprägter Linksdrall zu bemerken war. Aber das hat man zur Zeit anscheinend so.