Die SPÖ steckt mehr als knietief in einer Krise. Sie hat bei der NR- Wahl so schlecht abgeschnitten wie noch nie. Der Bundesgeschäftsführer hat das Handtuch geworfen, Berater und Wahlkampfleiter werden attackiert, die Chefin Rendi- Wagner wird in Frage gestellt, wirkt angezählt. Ein PR- Berater der SPÖ meldet sich deftig zu Wort, schreibt: „Man kann gar nicht so viel essen wie man speiben muss bei der Performance der sozialdemokratischen Partei“. Der Sohn eines roten Ex- Kanzlers, ein ehemaliger Nebenberufs- Apparatschik, ist schon vor Monaten aus der Partei ausgetreten und hat öffentlich bekundet, dass er dieses mal nicht die SPÖ wählte, sondern Kreuzerl und Vorzugsstimme für die NEOS gab. Diesem Sprössling wird im Gegenzug vorgeworfen, dass er für die Partei niemals den Mitgliedsbeitrag bezahlte.

Und als ob das nicht schon genug wäre für die geprügelte Partei, kommt noch weiteres Ungemach dazu. Der „Ibiza- Skandal“, der eigentlich der Auslöser für den Sturz der türkis- blauen Regierung und die vorgezogene NR- Wahl war und der der FPÖ eine Wahlschlappe besorgte, scheint jetzt auch die SPÖ zu erwischen. Jetzt, sicher „ganz zufällig“ nach der NR- Wahl, gibt es nämlich unangenehme Neuigkeiten. Da wurden, wie jetzt erst bekannt wurde, nämlich kurz vor Veröffentlichung des Ibiza- Videos von zwei Männern Wetten auf ein baldiges Ende der türkis- blauen Regierung platziert. Das Wettbüro informierte die Kripo und niemand Geringerer als die „SOKO Ibiza“ ermittelt jetzt. Ein Anwalt und SPÖ- Politiker wurde von der SOKO einvernommen, genau so wie ein Parteifreund von ihm und dessen Lebenspartner, der der ÖVP zuzurechnen ist. Da wurde aber schon längere Zeit ermittelt und es gab auch Hausdurchsuchungen in dieser Sache, in der auch die SPÖ- „Sektion ohne Namen“ eine Rolle spielt. In diesem Polit- Sumpf der SPÖ rund um die Ibiza- Affäre spielen hohe SPÖ- Politiker, parteinahe Rechtsanwälte, ein bekannter Mitproduzent des Ibiza- Videos, SPÖ- nahe Beraterfirmen, Beziehungen und Verbindungen zu Ex- Kanzlern der SPÖ und zu österreichisch- israelischen Vereinen und Firmen eine Rolle. Die Parteispitze der SPÖ möchte dazu am liebsten gar nichts sagen, sagt aber: „Die Partei ist nicht dafür verantwortlich, was ein SPÖ- Mitglied privat macht“.

Da hat die Parteispitze recht; keine Frage. Aber nach „Dirty Campaigning“ im Wahlkampf 2017 bekommt man zunehmend den Eindruck, dass das Ibiza- Video und der Spesen- Skandal der FPÖ ebenfalls „Dirty Campaigning“ unter Mitwirkung von SPÖ- Politikern war. Innenminister Peschorn sagte vor ein paar Wochen im ORF, der „Ibiza- Skandal“ sei ein großer Kriminalfall und es gebe selbstverständlich Hintermänner. Er scheint nicht übertrieben zu haben, wie jetzt immer deutlicher wird. Man kann nur hoffen, dass bei den Ermittlungen kein Name und keine Partei geschont wird. Keine Gnade! Kannte man vorher bei der FPÖ auch nicht.

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