In Syrien ist nach Jahren großteils wieder Ruhe eingekehrt, der Krieg ist fast überall beendet. Nur in der Region um Idlib kämpft die syrische Armee mit ihren Verbündeten noch gegen den IS und andere Terrorgruppen und Rebellen. Es herrscht aber trotzdem ein reges Kommen und Gehen. Die Türkei will nämlich in Nordsyrien, entlang der türkisch- syrischen Grenze, eine „Sicherheitszone“ einrichten, der Truppenaufmarsch auf türkischer Seite ist längst im Gange oder schon abgeschlossen. In dem Gebiet, welches zur „Sicherheitszone“ werden soll, sind nicht nur die letzten IS- Kämpfer, andere Terroristen und sogenannte Rebellen. Es sind dort hauptsächlich Kurden angesiedelt, welche teils als eigene Einheiten, teils mit den US- Streitkräften militärisch aktiv waren gegen den IS und von den USA massiv unterstützt wurden. US- Präsident Trump sagt nämlich über die Kurden: „Die Kurden haben mit uns gekämpft, aber sie haben dafür extrem viel Geld und Ausrüstung bekommen“. Und es sind in dieser Gegend auch US- Stützpunkte. Dass die US- Truppen völkerrechtswidrig dort sind, stört aber offensichtlich niemanden.

Jetzt drängt also Präsident Erdogan auf einen Einmarsch in Syrien, will gegen die Kurden vorgehen und somit aus der geplanten „Sicherheitszone“ vorerst ein Kriegsgebiet machen. Erdogan fürchtet nämlich ein Übergreifen der Autonomiebewegung der syrischen Kurden auf die türkischen Kurdengebiete und will diese Bewegung militärisch niederschlagen. Die Türkei betrachtet die kurdische YPG- Miliz außerdem als Terrororganisation, die es zu vernichten gilt. Die USA wollen sich nach Verhandlungen mit der Türkei aus der Region zurückziehen bzw. haben sich schon zurückgezogen und lassen den Türken freie Hand – oder anders gesagt, sie lassen ihre Verbündeten im Stich. Die Amis gehen und die Türken kommen. So ist es zumindest im Moment geplant. Dass die Türken ebenfalls völkerrechtswidrig in Syrien einfallen werden, scheint auch niemanden zu stören. Aber wie viele Nationen sind seit 2011 rechtswidrig in Syrien aktiv?

In der Türkei leben ungefähr 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge. Da weder die UNO, also UNHCR, noch die EU besonderes Interesse zeigt, für die Versorgung dieser Flüchtlinge Geld locker zu machen, will Erdogan in der „Sicherheitszone“, in der jetzt Kurden leben, Platz schaffen für die Ansiedlung von syrischen Flüchtlingen. Geht es nach den türkischen Plänen, sollen mindestens eine Million Flüchtlinge dorthin umgesiedelt werden; für errechnete 24 Milliarden Euro, die die EU bezahlen soll. Sollte das nicht funktionieren, will Erdogan wieder „die Schleusen öffnen“ für Flüchtlinge Richtung Europa. Nur, wie gesagt: Der Krieg in Syrien ist eigentlich zu Ende, der Wiederaufbau soll vorangetrieben werden (für den die direkt oder indirekt am Krieg beteiligten Nationen aber auch nichts zahlen wollen), Präsident Assad hat, wie berichtet wurde, eine Generalamnestie erlassen und somit möchte man meinen, die Rückkehr syrischer Flüchtlinge aus Europa müsste voll im Gang sein. Möchte man meinen. Es sollen aber eher neue Flüchtlingsströme Richtung Europa einsetzen.

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