Unter dem Titel: „Der Euro führt zu Altersarmut“ schreibt Herr Seinitz in der „Krone“, was mit dem Euro „dank“ der EU- Politik und der EZB bisher an Schaden in der Euro- Zone angerichtet wurde und noch angerichtet wird. Die Folgen der verfehlten Politik der EU- Kommission in Verbindung mit einer falschen Strategie der EZB sind noch nicht ausgestanden und in ihrer Größenordnung und Tragweite auch noch nicht abzuschätzen. Gleich zu Beginn seiner Kolumne schreibt Herr Seinitz ganz richtig: „Die fortgesetzte Nullzinspolitik der Euro- Zentralbank ist nichts anderes als eine der größten Enteignungsaktionen von Kleinsparern und führt zu Altersarmut für all jene, die auf eine private Zusatzpension angewiesen sind. Von dieser einstmals viel propagierten „zweiten Säule“ des Pensionssystems ist schon lange keine Rede mehr,…“

Das ist eines der Probleme, welche durch EU- Politik und EZB geschaffen wurden. Und dass die Regierungen der Euro- Staaten nicht gegen die Nullzinspolitik der EZB protestieren, verwundert nicht. Dadurch können diese Staaten – zu Lasten der geschädigten und enteigneten Kleinsparer – ihre Schulden reduzieren. Dass dadurch Armut gefördert wird, stört die jetzigen Regierungen wenig; das wird ein Problem künftiger Regierungen. Und dass schwer verschuldeten Staaten von der EU- Kommission finanziell „unter die Arme gegriffen wird“, obwohl jeder Staat für seine Schulden selbst aufkommen müsste, stört die jetzigen Regierungen natürlich auch nicht. Und es stört die EU- Kommission nicht, dass eigene Regeln gebrochen werden. Dass es wegen der großteils selbst geschaffenen Probleme den Euro „zerreißen“ kann, wollen zumindest die Nutznießer dieser falschen Politik nicht glauben. Tatsache ist aber: Sollte z. B. Italien (oder ein anderer EU- Schuldenstaat, wir haben ja die Auswahl) wegen seiner immensen Staatsverschuldung zum „Pflegefall“ werden, könnte das zum „Super- GAU“ führen und es könnte Murphys Gesetz zum Tragen kommen: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen“. Das würde zutreffen, wenn deswegen der ESM, der Europäische Stabilitätsmechanismus, zum Tragen käme. Mit der Unterzeichnung des ESM hat sich Österreich verpflichtet, für 19,48 Milliarden Euro zu haften, wenn es darauf ankommt. Unterzeichnet wurde der ESM übrigens am 12. 9. 2012 vom damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer; mit Freude und Begeisterung.

Glücklich schätzen dürfen sich jene EU- Staaten, die den Euro bisher verweigert haben oder noch nicht damit „beglückt“ wurden. Großbritannien, aber das dürfte jetzt keine Rolle mehr spielen, hat ihn grundsätzlich abgelehnt, genau so wie Dänemark. Und auch die Schweden wollen ihn nicht und die Polen und die Tschechen und die Ungarn. Man könnte sagen, die waren klüger als wir. Eine Währung für so viele verschiedene Länder kann nicht funktionieren, so wie ein Hut nicht auf alle Köpfe passen kann.

Ein Schwede namensLars P. Syll schreibt übrigens in einem interessanten Artikel: „… Das Euro- Modell war und ist immer auf ein Wirtschaftsmodell ausgerichtet, das die Ungleichheit vergrößert und zu Lasten der arbeitenden Klassen geht, …“