Die österreichische Regierung stellte zu Anfang der Coronakrise 4 Milliarden Euro bereit, erhöhte nach einigen Tagen auf 38 Milliarden. Die EU- Kommission wollte vor einem Monat mit einem Hilfspaket von 230 Millionen den Kampf gegen das Virus unterstützen. Gut zwei Wochen später wurden 25 Milliarden bereit gestellt und auf irgend eine Art und Weise sollen es in Summe 750 Milliarden sein, die im Kampf gegen das Virus eingesetzt werden sollen. Mit dieser Summe werden aber vielleicht Anleihen aufgekauft, z. B. von Italien oder anderen von der Pandemie stark betroffenen EU- Staaten. Und ob in Österreich die angekündigten finanziellen Hilfsmaßnahmen ausreichen, muss sich auch erst herausstellen. Jetzt wurde nämlich bekannt gegeben, dass die Anti- Corona- Maßnahmen um drei Wochen verlängert werden. Statt einer Woche also ein Monat. Wenn Kanzler Kurz dazu sagt: „Das ist eine massive Herausforderung und wird jedem Einzelnen viel abverlangen, …“, wird ihm niemand widersprechen.

Das Land befindet sich in einem Ausnahmezustand, ist aber Gott sei Dank nicht annähernd so schlimm dran wie z. B. unser Nachbarland Italien. Dass die Maßnahmen nur bis Ostern, also bis 13. April, dauern sollen, ist aber alles andere als ein Versprechen, kann auch keines sein. Es ist aus jetziger Sicht ein „Beruhigungs- Datum“, mehr nicht. Es kann viel länger dauern, bis das System wieder hochgefahren wird. Und bis dahin wird man noch oft Versprechen oder Lob oder Bitten um Verständnis zu hören kriegen wie „niemand wird zurückgelassen“ oder „jeder, der die Maßnahmen mitträgt, ist ein Lebensretter“ oder „bitte halten Sie durch“. Das erinnert schon ein wenig an die Durchhalteparolen zum Ende des Weltkrieges, von denen vereinzelt die Großeltern, eventuell auch die Eltern, erzählten. Aber der Kampf gegen das Virus ist mit einem Krieg fast vergleichbar. Und um sicherzustellen, dass die verhängten Maßnahmen auch eingehalten werden,soll das Bundesheer die Polizei unterstützen. Eine strikte Einhaltung der Maßnahmen ist Voraussetzung, dass die Neuinfektionen zurückgehen, dass die Kurve abflacht. Trotzdem geht der Gesundheitsminister davon aus, dass die Maßnahmen nicht Wochen, sondern Monate notwendig sein werden. Die TU Wien stellte eine Modellrechnung auf, mit verschiedenen Stufen der Verbreitung des Virus. Diese Modellrechnung lässt erschaudern; im Extremfall bis zu 2 Millionen Infizierte in Österreich. Und dann stellt sich die Frage, welche Auswirkungen das für den Staat, für die Gesellschaft, für die Wirtschaft haben wird. Dann wird zutreffen, was gesagt wurde: „Wenn Corona vorbei ist, wird nichts mehr sein wie es war“.