Auf „krone.at“ war zu lesen, dass eine Gruppe von neun Syrern beim Versuch, illegal über die Grenze von Österreich nach Bayern zu kommen, aufgegriffen wurde. Dass zwei Frauen mit Fieber aus der Gruppe negativ auf das Coronavirus getestet wurden, sei nur am Rande erwähnt. Jetzt möchte der oberösterreichische Landeshauptmann gerne wissen, wie es in Zeiten wie diesen möglich ist, dass eine Gruppe in dieser Größenordnung unbemerkt nach Österreich gelangt. Eine Antwort auf diese Frage erwarten aber ganz sicher auch viele Österreicher. Die möchten aber gewiss auch wissen, wie eine solche Gruppe unbemerkt quer durch Österreich bis an die bayerische Grenze kommen kann. Und dann gäbe es da noch die Frage, ob diese Gruppe von österreichischen oder doch eher, wie ich vermute, von bayerischen Beamten aufgegriffen wurde.

Wurde nicht erst vor gar nicht so langer Zeit darüber berichtet, dass zumindest zu Ungarn und Slowenien neben der Polizei auch wieder das Bundesheer im Einsatz ist, um illegale Grenzübertritte zu verhindern? Und sollte diese Gruppe über eine dieser Grenzen nach Österreich gekommen sein, was taugen dann die Grenzkontrollen? Und wo und wie gelangen eigentlich jene im Durchschnitt 12 Illegalen nach Österreich, von denen Innenminister Nehammer letztens einmal sprach? Wobei man dazu sagen muss, dass diese Zahl nicht einmal annähernd stimmt. Laut „statista.com“ wurden in Österreich von Jahresanfang 2020 bis Ende Februar insgesamt 2.608 Asylanträge gestellt. Das sind durchschnittlich 43,5 pro Tag, also weit weg von den 12, die der Innenminister als täglichen Durchschnitt nannte.

Ja, und in der neuen Printausgabe wir übrigens meine Vermutung bezüglich Aufgriff bestätigt; die Gruppe wurde von deutschen Beamten aufgegriffen und mit den besten Empfehlungen den österreichischen Kollegen übergeben. Das passiert übrigens mit 10.000 bis 15.000 Personen pro Jahr.

——————————————————————————————————————————————

Ja, und bezüglich der Regierungsberater in Sachen Corona tut sich in Österreich auch was, ist nicht alles eitel Wonne:

Ein angeblich „hoch geschätzter Fachmann“ und Berater von Gesundheitsminister Anschober, ein Gesundheitswissenschaftler von der Med Uni Graz, zieht sich eigenen Angaben zufolge aus der Corona- Taskforce im Gesundheitsministerium zurück. Er erlaubte sich nämlich, Kritik an Regierungsmaßnahmen im Kampf gegen Corona zu üben – was bei Kanzler Kurz anscheinend nicht gut ankam und der ihn in einem ORF- Interview als falschen Experten bezeichnete. Es war aber auch von anderen Experten zu hören, dass öffentliche Äußerungen über verschiedene Ansichten von Maßnahmen nicht gerne gehört werden. Das wird zwar nicht als Majestätsbeleidigung geahndet, aber der Kanzler legt großen Wert auf eine einheitliche Linie, eine gemeinsame Meinung ohne Zwischenrufe in der Öffentlichkeit. Und dass die von Politikern präsentiert wird und nicht von beratenden Fachleuten.