Es ist jetzt ein Jahr her, dass in Österreich mit der Veröffentlichung der „Ibiza- Affäre“ eine politische Bombe platzte. In der Folge purzelten Minister, wurde die Regierung gestürzt, trat Vizekanzler und Parteichef der FPÖ, K. H. Strache, von allen Ämtern zurück, stürzte die FPÖ ab. Obwohl diese „Ibiza- Affäre“ zu einem ganz großen Kriminalfall erklärt wurde, schienen die Bemühungen um Aufklärung eher schaumgebremst. Von den illegal aufgenommenen etwa 20 Stunden Videomaterial (von diesem Umfang wird zumindest gesprochen) wurden sage und schreibe 7 (sieben!) Minuten veröffentlicht bzw. den Behörden übergeben. Nicht einmal die „Hauptdarsteller“, Herr Strache und Herr Gudenus, der sich in der Folge komplett aus der Politik zurückzog, bekamen das ganze Video zu sehen. Der Kreis jener Leute, die das komplette Videomaterial kennen, ist angeblich sehr klein. Die Produzenten werden es natürlich kennen und die Finanzierer – das werden vermutlich nicht dieselben Leute sein – und die, die es vorher schon verkaufen wollten und vielleicht auch die, denen es zum Kauf angeboten wurde. Und natürlich die Aufdecker von den Medien. Zwei deutsche Aufdecker- Journalisten wurden sogar mit einem Preis ausgezeichnet. Der österreichische Mit- Aufdecker wurde zwar mit keiner Auszeichnung bedacht, aber als Entschädigung gab es reichlich Medienpräsenz. Einer der deutschen Aufdecker hatte übrigens letztens einen Auftritt im ORF, in dem er zu Ibiza befragt wurde. Er erzählte das, was längst bekannt und schon hundertmal zu hören war, versteckte sich ansonsten aber hinter dem angeblich rechtlich bedingten (in Deutschland) Veröffentlichungsverbot und hinterließ im Großen und Ganzen alles andere als einen guten Eindruck. Ach ja, und zu den Leuten, die das ganze Videomaterial möglicherweise kennen, dürften in Deutschland auch sogenannte „Satiriker“ oder irgendwelche Leute, die von „politischer Schönheit“ oder so was ähnlichem träumen, gehören und in Österreich ein Rechtsanwalt, der sich gerne im Hintergrund hält und dessen Name nicht erwähnt werden soll; mit ausländischen Wurzeln und ein anderer Rechtsanwalt mit auffälliger Nähe zur SPÖ und vielleicht auch Mitglieder einer namenlosen SPÖ- Sektion.

Das „Ibiza“- Video sollte ja ursprünglich schon vor der Nationalratswahl 2017 eingesetzt werden. Da kam aber der Wahlkampf- Skandal der SPÖ unter Kanzler Kern mit dem Wahlkampfstrategen Silberstein dazwischen („Dirty Campaigning“), der von israelischen Behörden wegen verschiedener Delikte verhaftet wurde. Das Video hätte zu dem Zeitpunkt der FPÖ kaum geschadet und es kam deshalb erst später, also 2019, zum Einsatz; mit durchschlagendem Erfolg. Die erfolge bei der Aufklärungkönnen da – nach dem, was bekannt ist – allerdings nicht mithalten. Es gab früher oder auch später ein paar Hausdurchsuchungen, es gab ein paar vorübergehende Festnahmen und vielleicht sind ein paar Leute noch in Haft; wegen Rauschgiftdelikten oder sonst was. Die falsche „Oligarchin“, der „Lockvogel“ also, ist aber angeblich noch immer nicht bekannt und angeblich noch immer auf freiem Fuß, obwohl ein Foto von ihr und einige weitere Details längst bekannt sind. Und was sonst so an die Öffentlichkeit kan, was aufgedeckt wurde, darüber informierte zu einem beträchtlichen Teil eine österreichische Internetseite und Investigativplattform. Man hatte zwischenzeitlich den Eindruck, dass die würde die Behörden vor sich hertreiben, durch ihre Ankündigungen Ermittlungen beinahe erzwingen. Wer sind übrigens die Nutznießer dieses Politskandals? 2017 wäre ganz sicher die SPÖ einer der Nutznießer gewesen, wenn nicht das aufgeflogene „Dirty Campaigning“ von Kanzler Kern gewesen wäre. 2019 hat die SPÖ den Vorteil aber durch eigene Unfähigkeit verspielt. Nutznießer ist bis jetzt zumindest die ÖVP, die aber sonderbarerweise gar keinen Wert auf Aufklärung der kriminellen Aktivitäten legt. Nutznießer sind linke Organisationen dadurch, dass die FPÖ aus der Regierung flog, heute in Opposition ist und den Linken kaum mehr schaden kann. Nutznießer ist aber auch, und das soll man nicht außer acht lassen, die EU in Brüssel. Mit der massiven Schwächung der FPÖ und dem Wechsel von der Regierungspartei zur Oppositionspartei verlor ein EU- Kritiker mehr massiv an Einfluss. Und diese Kritiker oder gar Feinde mundtot zu machen und auszuschalten, ist ja ein Ziel der Kommission und vieler pro- EU- Fanatiker.

Und jetzt soll mit dem kommenden Ibiza- Untersuchungs- Ausschuss dieser Kriminalfall aufgeklärt werden? Wer´s glaubt, wird selig. Wobei die Ladungsliste ja sehr umfangreich ist und viele prominente Namen enthält. Allerdings wurde zum Ibiza- Ausschuss auch gleich – auf Betreiben der ÖVP – der „Glücksspiel- Ausschuss“ dazu gepackt.

Und übrigens; der Kauf der „Kronen“- Zeitung durch die falsche Oligarchin, worüber im Video die Rede war, um sie zu einer FPÖ- nahen Zeitung zu machen, ist längst durchgezogen. Allerdings anders, als damals im Video besprochen. Rene Benkö, der Spezi von Kanzler Kurz, kaufte 25 Prozent der „Krone“ von einer deutschen Mediengruppe und hat eine Kaufoption auf weitere 24 Prozent.