Ab dem Zeitpunkt, an dem sich die Bürger Großbritanniens per Volksentscheid für den Austritt aus der EU entschieden, wurde in der EU eine Propagandamaschinerie gestartet. Von dem Zeitpunkt weg wurden wir medial damit berieselt, welch großen Fehler die Briten doch machen würden und wie die Briten von einigen Volksverführern getäuscht, geblendet und verführt wurden und für alle das böse Erwachen noch kommen werde. Aber, so wurde auch gehofft, vielleicht kommen sie vor dem Austritt noch zur Vernunft, überlegen sie es sich noch einmal und machen nochmals eine Volksabstimmung oder erklären das Ergebnis der ersten Abstimmung für ungültig oder machen sonst irgendwas, um im Schoß der EU- Familie zu bleiben. Und gerüchteweise war zu hören, dass auch George Soros mit viel Geld versuchte, die Briten für einen Verbleib in der EU umzustimmen.

  Es half alles nichts; nach dem Rücktritt von Theresa May gab es die Wahl, die der Austrittsbefürworter Johnson mit haushohem Vorsprung gewann. Und diese Wahl wurde auch als Stimmungsbarometer zum EU- Austritt gesehen. Dann ging in Brüssel das Gezeter los wegen der etwa 3,5 Millionen EU- Bürger, die in Großbritannien leben. Da wurde das Gespenst an die Wand gemalt, die müssten womöglich die Insel verlassen. Nichts passierte und nichts wird passieren. Diese EU- Bürger stellten einen Antrag auf ein Bleiberecht nach dem Brexit und das war´s. Einen solchen Antrag haben mittlerweile mehr als 3,5 Millionen gestellt. Wie vor längerer Zeit einmal berichtet wurde, waren beim damaligen Stand von etwa 2,5 Millionen Anträgen nur etwa 5 Prozent abgelehnt worden. Diese abgelehnten Antragsteller waren in Großbritannien vorbestraft. Die Briten haben jetzt also die Möglichkeit, sich vorbestrafter EU- Bürger zu entledigen. Ja, und es wandern laut neuester Meldungen immer noch mehr EU- Bürger nach Großbritannien ein als aus, obwohl die Zuwanderung zurückgegangen ist. So schlimm kann die Situation also nicht sein und so wird sie für die Zukunft wohl auch nicht gesehen. Sonst würden die EU- Bürger panikartig die Insel verlassen. 

  Und jetzt wird schon die längste Zeit verhandelt zwischen EU und Großbritannien; wegen eines Handelsabkommens. Diese Verhandlungen stecken in der Sackgasse, denn Johnson riskiert eher einen harten Brexit als einen schlechten Vertrag. Er will sich nicht erpressen lassen. Und nach der letzten Verhandlungsrunde schrieb der britische Unterhändler in einem Brief an den EU- Verhandler Barnier, die EU solle es sich noch einmal überlegen, Großbritannien einen Handelsvertrag von dermaßen „schlechter Qualität“ anzubieten. „Jedes demokratische Land“ würde den zurückweisen. Die Europäer sollten gefälligst ihr Verhandlungsmandat ändern.

  So kann man es zumindest auf „dw.com“ lesen, andere Medien berichten in dieser Offenheit kaum.

  Jetzt zeigt sich, dass Propaganda und Schwarzmalerei aus Brüssel  nicht funktioniert hat.