In den letzten Monaten war mehrmals zu vernehmen, dass in der Wirtschaft coronabedingte Probleme erst im Herbst richtig spürbar werden und angeschlagene Firmen dann zunehmend pleite gehen werden. Auch Politiker sagen zu solchen Fragen gerne: „Es ist jetzt noch zu früh, um das abschätzen zu können“. Es gibt allerdings Artikel, die sich mit diesem Thema befassen und da kann einem angst und bange werden beim Lesen. Da wird in einem Artikel z. B. von einer Welle an Firmenpleiten geschrieben. Das bedeutet – logischerweise – ein starkes Ansteigen der Arbeitslosigkeit. Im schlimmsten Fall löst die Pleite eines einzigen Unternehmens eine kleine Kettenreaktion aus, da z. B. auch Zulieferbetriebe betroffen sind und Dienstleister. Und da heutzutage ja alle Unternehmen mehr oder weniger viele Kredite laufen haben, also mehr oder weniger hoch verschuldet sind, taucht hier das nächste Problem auf. Ein Pleite- Unternehmen kann keine Kredite mehr bedienen. Schulden, also Kredite oder Ratenzahlungen, haben aber auch Privatpersonen und in der Arbeitslosigkeit gibt es weniger Geld. Es wird somit schwieriger, Kredite zu bedienen und Raten zu zahlen. Dadurch kommen Banken und weitere Unternehmen in Schieflage; eine fatale Abwärtsspirale. Bekommen aber Banken Probleme, bekommen auch die Sparer Probleme. Sieht man ganz aktuell bei der Pleite der burgenländischen Commerzialbank. Sparer und Kunden bekommen höchstens das, was die gesetzliche Einlagensicherung abdeckt. Was darüber hinausgeht, ist verloren. Über die Einlagensicherung wird in Österreich nicht viel gesprochen. Tatsache ist aber, dass sie auf schwachen Beinen steht. In Deutschland hingegen sagen Ökonomen ganz offen, dass, sollten Banken Probleme bekommen, die deutsche Einlagensicherung überfordert wäre. Sie wünschen sich deshalb eine EU- Einlagensicherung, für die sich auch die EZB- Chefin Lagarde stark macht. Nur; diese Einlagensicherung (EDIS, European Deposit Insurence Scheme) ist bis jetzt Wunschdenken und viele Politiker haben auch keine Freude damit, wäre sie doch die Vollendung der EU- Bankenunion. In Deutschland wird die EU- Einlagensicherung aber auch von Bankenverbänden abgelehnt. Da heißt es z. B., „eine Vergemeinschaftung der Finanzmittel der nationalen Sicherungssysteme auf EU- Ebene sei abzulehnen“. Sollte es aber im Herbst beginnend zu einer verstärkten Pleitewelle kommen, die auch die Finanzwelt in Turbulenzen bringt, dann wäre es bis dahin für die Einführung der EU- weiten Einlagensicherung wohl schon zu spät. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sagt zwar: „Selbst wenn der Fiskus einspringt und alle Einlagen sichert, wäre eine Europäische Einlagensicherung (Edis) im Vergleich die bessere Variante“.

Die bessere Variante hilft aber nicht, wenn es sie nicht gibt und in nächster Zeit nicht geben wird. Nur; was passiert, wenn Banken zusammenkrachen und die nationalen Sicherungssysteme sehr schnell überfordert sind? Wartet dann der Staat darauf, dass es zu Massenkrawallen und Aufruhr kommt oder rettet er die Banken und somit Sparer und Kunden? Und das Geld für diese Rettung wären wieder neue Schulden. Dabei dreht sich das Schuldenkarussell jetzt schon beängstigend schnell, selbst bei solide wirtschaftenden Staaten schnellt die Staatsverschuldung in erschreckende Höhen. Viele Menschen stellen sich die bange Frage, wie bei massiven coronabedingten Steuerausfällen und gigantischen staatlichen Hilfen da noch die Bedienung der Schulden möglich sein soll, gar nicht zu reden vom Schuldenabbau. Da verwundert es dann eigentlich nicht, dass Gerüchte auftauchen, dass die „Reset“- Taste gedrückt wird, dass es zu einem Systemwechsel im Finanzwesen kommen wird, dass von einem kommenden Goldstandard und ähnlichen Sachen gesprochen wird und Formulierungen wie „neue Normalität“ würden dann auch einen Sinn ergeben.

„Und der Herr sprach: Lächle und sei froh; es könnte schlimmer kommen.

Und ich lächelte und war froh. Und es kam schlimmer“.