Dass die EU- Kommission immer mehr Macht in Brüssel anhäufen will, ist bekannt. Dass bei dieser Vorgangsweise die Nationalstaaten immer mehr Macht abgeben müssen, ist auch bekannt und zwangsweise logisch. Die EU soll immer mehr zentralisiert werden, das ist das angestrebte Ziel. Allerdings spielen fast alle Regierungen bei diesem Plan mit, obwohl sie sich damit selbst entmachten – und das auch noch freiwillig. EU- weit wird die Gesetzgebung von Brüssel vorgegeben. Alle EU- Staaten sollen mit dem Euro beglückt werden. Die Schulden sollen vergemeinschaftet werden. Eine EU- weite Arbeitslosenversicherung soll eingeführt werden. Ein Europäischer Währungsfonds soll aufgebaut werden. EU- weite Sammelklagen müssen kommen. Migration und Asyl soll zentral von Brüssel aus gesteuert werden. Die Hoheit über das Geld wurde ja eigentlich auch schon abgegeben; an die EZB. Die gibt die Richtung vor. Und jetzt, im Schatten der Corona- Krise, wird auf die Finanzunion hingearbeitet. Dazu äußerte sich der damalige deutsche Finanzminister und jetzige deutsche Bundestagspräsident, Wolfgang Schäuble, schon mehrmals sehr aufschlussreich. Erst im vergangenen August sagte er in einem Interview mit einer deutschen Zeitung: „Die Corona- Krise ist eine große Chance. Der Widerstand gegen Veränderung wird in der Krise geringer. Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion … jetzt hinbekommen … Ich will die Pandemie nicht verharmlosen, wenn ich feststelle: Große Krisen sind große Chancen“. Für den Plan machte sich Schäuble auch schon Anfang Juli im Interview mit einer anderen Zeitung stark, sagte zum selben Thema und auf die Krise von 2010 eingehend: „Wir dürfen die Chance nicht wieder verpassen“.

Die Vergemeinschaftung innerhalb der EU und auch die Globalisierung ziehen sich wie ein roter Faden durch Schäubles Planspiele. Schon im März 2013 sagte er bei einem Symposium der „Zeit“, dass er in Bezug auf die Krise völlig entspannt sei. Auf die Frage, warum, erklärte er: „… weil, wenn die Krise größer wird, werden die Fähigkeiten, Veränderungen durchzusetzen, größer“. Diese Formulierung von 2013 ist fast ident mit jener vom August 2020. Rockefeller äußerte sich übrigens 2011 beim Bilderberger- Treffen ähnlich. Er sagte damals: „… Alles, was wir brauchen, ist die richtig bedeutsame Krise und die Nationen werden die Neue Weltordnung akzeptieren“.

Im Schatten der Corona- Krise soll also die Wirtschafts- und Finanzunion durchgeboxt werden, obwohl nicht viel davon zu hören ist. „Wir können das jetzt hinbekommen“, sagte Schäuble, denn „große Krisen sind große Chancen“. Mehrere Jahre wird schon darauf hingearbeitet. Mehrere Jahre wurde wieder auf die große Chance gewartet. Wurde wirklich darauf gewartet? Seit fast einem dreiviertel Jahr ist die Corona- Krise das dominierende Thema in allen Medien, verdrängt alles andere. Und wenn man auf die Anfänge zurückblickt: Fast zeitgleich wurden nicht nur EU- weit von den Regierungen Lock- Downs verhängt, obwohl die Spitze schon überschritten war, die Zahl der Infizierten zurückging, und viele Fachleute vor den Maßnahmen warnten. Und es wurde von einer „Neuen Normalität“ gesprochen, die kommen würde. Und es wurden überall die Bürgerrechte beschnitten und die Rechtsstaatlichkeit missachtet und es ist mehr als fraglich, ob der Urzustand wieder hergestellt wird. Und es gab in der Corona- Krise in vielen Bereichen fast global gleiche Maßnahmen. Denn die Krise sehen einige als große Chance. Da darf sich niemand wundern, wenn Zweifel auftauchen, wenn Gerüchte die Runde machen, wenn sich sogenannte Verschwörungstheorien verbreiten.