Der Fiskalrat hat jetzt errechnet, wie hoch sich heuer und nächstes Jahr die Corona- Krise in Österreich zu Buche schlägt. Bei diesen Berechnungen wird aber davon ausgegangen, dass es keinen zweiten Lockdown geben wird. Wenn diese Berechnungen zutreffen, wird die Pandemie den Österreichern heuer 34,6 Milliarden und nächstes Jahr 19,2 Milliarden kosten, also insgesamt 53,8 Milliarden. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus den Kosten der Hilfsmaßnahmen und den Ausfällen bei den Einnahmen. Diese Horrorzahlen dürften aber nur den Bund betreffen, es machen aber auch die Länder Unsummen locker. Diese – nicht erwähnten – Summen machen den Horror noch größer und es ist zusätzlich davon auszugehen, dass die 53,8 Milliarden auf einer sehr optimistischen Basis errechnet wurden. Damit die Leute nicht sofort der Schlag trifft, sondern dass sie mit einem Schock davonkommen. Da kommt was auf die Steuerzahler zu; realer Horror und kein fiktiver wie Halloween. Denn die Zahlen sind jetzt schon überholt. Die stark steigenden Zahlen der Neuinfizierten (unabhängig davon, ob sie ansteckend sind oder nicht) und damit einhergehend ein Rückgang der Wirtschaftsleistung kosten jedenfalls schon mehr als errechnet. Somit wird auch die Staatsverschuldung über die prognostizierten knapp 84 Prozent des BIP hinausschießen und das Defizit wird noch tiefer in den Keller rasseln. Die Wirtschafts- und Budgetdaten für 2020 und 2021 würden, so ist zu befürchten, einen Eintrag ins „Guiness Buch der Rekorde“ rechtfertigen. Dabei werden uns die Folgen der Pandemie noch wesentlich länger nachhängen.

  Wenn man sich jetzt eine fiktive Horrorgeschichte ausdenken würde: Die Zahl der Neuinfizierten steigt stark oder sogar exponentiell an. Das erfordert zunehmend Einschränkungen und Maßnahmen, die einem versteckten Lockdown gleichkommen. Um mögliche Folgen abzufedern, werden Erkrankte früher hospitalisiert und der Intensivmedizin zugeführt. Dann wird Alarm gegeben wegen des überforderten Gesundheitswesens und es wird der nächste Lockdown verhängt. Mit den Impfungen bzw. den Impfstoffen läuft es nicht so wie geplant. In anderen Ländern ist die Situation annähernd gleich. Es wird der Notstand ausgerufen mit allen möglichen Nebenerscheinungen (die nicht lange zurückliegend als absolut unmöglich angesehen wurden) und plötzlich finden wir uns in einer „neuen Normalität“ wieder, die mit der gewohnten, aber nicht mehr existierenden Normalität aber gar nichts mehr zu tun hat. Wir reiben uns die Augen und fragen uns, ob wir träumen oder nicht, ob wir in einer fiktiven, irrealen oder realen Welt sind. Und wir meinen womöglich ein Erdbeben zu erleben und dabei ist es die Finanzwelt, die erschüttert wird.