In Wien wurde wieder einmal eine Umfrage durchgeführt. Es wurde erhoben, ob es Gründe gibt, aus der seit zehn Jahren angeblich lebenswertesten Stadt der Welt – Wien also – wegzuziehen. Aus dem „Krone“- Artikel geht aber leider nicht hervor, wer diese Umfrage in Auftrag gab. Es dürfte aber, so vermute ich, nur eine politische Partei in Frage kommen und die wollte wahrscheinlich das erwartete Ergebnis zur Selbstbeweihräucherung nutzen. Gefragt wurde also, was die Wiener zur Stadtflucht bewegen könnte. Von den 500 Befragten der als repräsentativ bezeichneten Umfrage stand für 58 Prozent der „Wunsch nach eigenem Garten“ bzw. „mehr Natur in der Nähe des Wohnraums“ an der Spitze der Gründe, Wien den Rücken zu kehren. Am nächsten Platz für eine Abwanderung, und damit werden die Auftraggeber wohl nicht gerechnet haben, steht mit 44,5 Prozent: „(Zu) viel Zuwanderung in Wien“.

Na bumm; da wird aber einigen Politikern nicht nur, aber hauptsächlich doch in Wien, vor Schreck der Mund offen geblieben sein. Wenn man davon ausgeht, dass die Hälfte – oder mehr – der in Wien lebenden Menschen ausländische Wurzeln hat, dann ist somit fast jeder „Ur- Wiener“ bei jenen 44,5 Prozent dabei, für die die massive Zuwanderung ein Grund zum Wegziehen ist – oder es wird auch Menschen mit österreichischem Pass und Migrationshintergrund schon zu viel. Die Kommentare zum „Krone“- Artikel sind übrigens sehr aufschlussreich und für Nicht- Wiener auch informativ. Der neue Integrationsstadtrat Wiederkehr von den NEOS meint zwar: „Für eine weltoffene Stadt ist Zuzug gut und wichtig“. Aber auch dem Herrn Wiederkehr dürfte klar sein, dass dieser Spruch nicht mehr zieht. Und selbst wenn nur 14 Prozent der Befragten dieser repräsentativen Umfrage in den kommenden 3 Jahren tatsächlich aus Wien wegziehen wollen, wären das unglaubliche 250.000 Menschen. Jede Menge Gründe für die Politiker, in sich zu gehen und darüber nachzudenken, was da bis jetzt falsch gelaufen ist. (Die Bevölkerung weiß das schon lange). Wobei die Umfrage darauf zugeschnitten war, das Positive an Wien hervorzuheben. Aber allem Anschein nach gibt es davon doch nicht allzu viel.