Völlig verstummt sind ja die Forderungen an Kanzler Kurz und die Türkisen, Migranten und Flüchtlinge von griechischen Inseln aufzunehmen, nie. Aber sie wurden leiser. Jetzt werden diese Forderungen aber wieder lauter und mit Aktionismus verstärkt. Eine Flüchtlings- NGO stellte vor dem Kanzleramt Eisblöcke auf und mit Transparenten wird auf die „Eisblockpolitik“ der Regierung hingewiesen und gefordert, „Geflüchtete“ zu evakuieren, das heißt nach Österreich zu holen. Nur; Tatsache ist, dass Österreich EU- weit auf die Einwohnerzahl bezogen in den letzten Jahren die meisten Migranten und „Geflüchteten“ aufgenommen hat.

Die Flüchtlings- NGO bekam jetzt prominente Unterstützer und Mitforderer. Der Wiener Ex- Bürgermeister Michael Häupl und der gewesene Regierungs- Flüchtlingskoordinator Christian Konrad forderten in einem TV- Auftritt ebenfalls die Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen. Die beiden Herren waren da auch nicht zimperlich in der Wortwahl. Da wurde von Häupl die Regierung als „Schande“ bezeichnet und Konrad sagte gar: „Moria ist eine europäische Schande und wir sind ein Teil davon“.

Ein (von Vielen sicher nicht gern gehörter) Vorschlag: Die beiden auf jeden Fall gut betuchten Herren sollen doch einmal in die eigene Tasche greifen, tief hinein greifen, und nicht immer von der Öffentlichkeit bzw. vom Steuerzahler fordern. Und da die beiden Herren hierzulande zur Zeit sicher entbehrlich sind, sollen sie sich doch mit anderen Forderern – z. B. mit jenen von der Ballhausplatz- Demo kurz vor Weihnachten – zusammentun. Da waren ja österreichische Künstler dabei, denen das wirklich ein Herzensanliegen sein dürfte. Diese Menschen, unter dem Organisationstalent von Häupl und ganz besonders von Konrad, könnten doch sicher gemeinsam was auf die Beine stellen und sie könnten sich da ganz gewiss auch der Unterstützung des werten Bundespräsidenten sicher sein. Da ja die anderen EU- Staaten sich auch nicht gerade aufnahmewillig bei den Moria- Flüchtlinge zeigen, könnten sie doch die Rückreise der Migranten im Lager Moria – und das sind die meisten der Insassen – in ihre Heimat organisieren; mit eigenem Geld und Spenden. Für die im Lager verbleibenden Flüchtlinge würde sich gewiss ein Aufnahmeland finden.

Damit wäre eigentlich allen geholfen. Die Migranten wären weg von Kälte und Schlamm, die Flüchtlinge würden – da bin ich mir sicher – aufgenommen werden und Häupl, Konrad und all die anderen würden als Helden gefeiert werden. Allerdings würde es letzteren ihre Zeit und ihr eigenes Geld kosten. Und auch die Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisation könnte sich bei dieser Sache mit Personal und Infrastruktur einbringen und den Vorwurf entkräften, dass sie (nur bzw. auch) mit Schleppern zusammenarbeitet. Die umfangreiche Hilfe vor Ort, die Österreich in Griechenland schon geleistet hat, „nur als PR- Schmäh“ zu sehen und so zu tun, als sei Österreich zur Aufnahme verpflichtet und sonst niemand, ist nämlich auch nicht fein.

P. S.: Der Ordnung halber soll nicht unerwähnt bleiben, dass das ursprüngliche Flüchtlingslager Moria, großteils winterfest, von Migranten angezündet wurde. Es war Brandstiftung und es wurde sogar die Feuerwehr bei den Löscharbeiten behindert.