Der weißrussische Präsident Lukaschenko hat die EU  schwer in Verlegenheit gebracht. Eigentlich die EU- Kommission und nicht die EU. Aber der Schuldige ist natürlich Präsident Lukaschenko  mit seinen Migranten, die in die EU, großteils nach Deutschland, nach „Germoney“, wollen. Das ist ja an sich kein Problem, wenn man z. B. nach Italien schaut. Dort kommen diese Migranten ja in Massen über das Mittelmeer und dann heißt es, wie die Merkel einmal zu sagen pflegte, „… nun sind sie halt da“. Und auch in Österreich sind sie halt jeden Tag da, weil Ungarn die illegalen Migranten an der EU- Außengrenze zu Serbien eigentlich nicht aufhalten darf und an den Binnengrenzen auch nicht, genauso wenig wie Kroatien oder Slowenien und dann sind sie halt in Österreich – wir lassen sie ja selbstverständlich auch herein.

  Und diese Einstellung haben die Polen nicht. Die halten ihre Grenze zu Weißrussland sauber. Für die Polen heißt Grenzschutz noch Grenzschutz. Noch. Und das ist das Dilemma für Brüssel. Die Polen wehren jeden Sturm auf die Grenzbefestigungen ab. Was bleibt Brüssel also anderes übrig als zu behaupten, dass sich die EU vom Diktator Lukaschenko und von den paar tausend Migranten nicht erpressen lässt. Wie es an der Grenze zwischen Weißrussland und Litauen ausschaut, weiß man nicht, weil zur Zeit darüber nichts berichtet wird. Dabei hat Litauen wegen ein paar tausend illegal gekommener Migranten den Notstand ausgerufen und einen Grenzzaun gebaut. Und jetzt werden die Asylanträge zügig abgearbeitet – mit einer Anerkennungsquote von etwa ein oder zwei Prozent. Und vielleicht haben die Deutschen „ihre“ Migranten schon abgeholt. In Litauen wollen sie ohnehin nicht bleiben, genau so wenig wie in Polen.

  Jetzt gab es sogar eine „Belarus- Konferenz“ in Wien, um das Problem zu lösen. Da war selbstverständlich die sogenannte weißrussische Oppositionsführerin Tichanowskaja dabei, der die Konferenzteilnehmer ihre Unterstützung zusagten. Tichanowskaja forderte u. a., nicht mit Lukaschenko zu verhandeln, da er „nicht umerziehbar“ sei. Denn „die Erfahrung mit Lukaschenko zeigt, dass nur Druck funktioniert“. Das ist eigentlich die nächste Pleite für die EU. Die Weißrussin fordert, dass mit Lukaschenko nicht verhandelt werden darf. Von der EU wird er auch nicht als Präsident anerkannt. Weil die Präsidentenwahl im vorigen Jahr angeblich nicht korrekt ablief, weil die Oppositionsführerin angeblich die Wahlsiegerin ist oder zumindest sein sollte. Nur; mit der von der EU anerkannten Oppositionsführerin kann nicht verhandelt werden, die ist ja im Westen und hat in Weißrussland nichts zu sagen. Und obwohl Lukaschenko nicht anerkannt ist, hat Merkel mit ihm telefoniert. Das heißt, sie hat mit ihm verhandelt. Übers Wetter wird kaum gesprochen worden sein. Die ganze Sache ist eigentlich peinlich für die EU. Und das alles nur wegen der starrsinnigen Polen, weil die die Migranten partout nicht durchlassen.

  Peinlich war eigentlich auch die sogenannte Belarus- Konferenz. Es gab nämlich keinen Vertreter Weißrusslands bei dieser Konferenz. Das heißt, es wurde nicht mit Weißrussland gesprochen, sondern über Weißrussland. Ach ja; der österreichische Kanzler sprach im Vorfeld mit dem weißrussischen Außenminister über diese Konferenz, die dieser scharf kritisierte. Und auf der Konferenz sprach der österreichische Außenminister Linhart: „Unser Ziel ist nicht der Regimewechsel. Wir wollen, dass das belarussische Volk seine eigenen Entscheidungen trifft. Frei. Ohne Angst. Ein Belarus, in dem die Menschenrechte, die Medienfreiheit, die Versammlungsfreiheit und die Meinungsfreiheit geachtet werden“.

  Dass kein Regimewechsel angestrebt werde, hörte man 2014 auch in der Ukraine. Und ehe man sich´s versah, war der rechtmäßige Präsident weggeputscht und ein westlich gesinnter Herrscher saß am Thron und USA und EU waren zufrieden. Und der ehemalige deutsche Außenminister spielte damals auch eine Rolle, genau so wie eine US- Politikerin namens Victoria „Fuck the EU“ Nuland. Und bei den anderen Werten, die unser Außenminister nannte, müssen wir aufpassen, dass sie uns nicht gänzlich abhanden kommen.