Wo ist eigentlich der grüne Vizekanzler, der Kogler Werner, abgetaucht? Mir scheint, der hat sich seit der eher zufällig bekannt gewordenen und wenig glaubwürdigen Variante des Unfall- Herganges seines Fahrers nicht mehr zu Wort gemeldet. Nicht, dass er mir besonders fehlen würde, aber es fällt halt auf, wenn er über einen längeren Zeitraum nicht einen Teil der österreichischen Bevölkerung beschimpft und beleidigt. Oder, weil er als leidenschaftlicher Viel- und Dauerredner plötzlich stumm wie ein Fisch ist. Ein Redeverbot hat ihm ja sicher niemand auferlegt; wer sollte das auch schaffen? Die ÖVP sicher nicht. Die ÖVP- Leute müssen ja froh sein, wenn vom grünen Partner, vom Justizministerium bzw. den Staatsanwaltschaften, nicht neue Hiobsbotschaften kommen.

  Was ist also los mit Kogler? Ist er etwa krank, hat er gar Corona? Eher nicht, das würde nicht so lange dauern. Ist er vielleicht amtsmüde? Das wäre kaum zu glauben; bei seinem Ego? Und unter seiner Führung die Grünen das erste Mal in der Bundesregierung. Da denkt man doch nicht an Rückzug, da krallt man sich doch fest, so lange es geht. Und Neuwahlen braucht er eigentlich auch nicht zu fürchten. Die ÖVP, der etwas größere Regierungspartner, fürchtet sich zumindest genau so davor. Es wäre also der ideale Zeitpunkt, um Politik zu machen – im Sinne der Grünen. Nun; grüne Politik wird auch zielstrebig gemacht. Vom Justizministerium aus über Staatsanwaltschaften, Oberstaatsanwaltschaft, Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Es gibt zwar immer wieder Rückschläge, wenn Ermittlungen und Verfahren gegen ÖVP- und Ex- ÖVP- Leute eingestellt werden, aber das ist verkraftbar. Und der aktuell dritte Gesundheitsminister fährt voll auf Corona- Kurs weiter, weiß immer noch viele „Corona- Jünger“ hinter sich. Und es interessiert ihn nicht, warum andere Länder z. B. nie eine Impfpflicht angedacht haben oder grundsätzlich eine andere Strategie verfolgten und trotzdem nicht schlechter dastehen als Österreich. Und auch die grüne Multifunktionsministerin Gewessler ist voll auf Kurs. Sie wird keinen Schritt abweichen von ihrem „Umweltrettungsprogramm“, von der ruinösen CO2- Bepreisung, ihrem Kampf gegen jede nicht- elektrische Mobilität und gegen jede neue Straße. Und Kogler? Der kann in der Richtung mit nichts aufwarten, aber es wurde eine Überraschung bekannt gegeben: Ende April findet der grüne Bundeskongress statt, bei dem auch der neue Parteivorstand gewählt wird. Und da soll Ministerin Gewessler auf den zweiten Stellvertreter- Posten gewählt werden.

  Und jetzt geht es in die Gerüchteküche. Und da brodelt es tatsächlich. Wie zu vernehmen ist, denkt Vizekanzler Kogler an Rücktritt und Gewessler, so wird gemunkelt, soll seine Nachfolgerin werden. Warum Kogler an Rücktritt denkt (sofern es stimmen sollte), ist nicht bekannt. Ob es gesundheitliche Gründe sind, etwa so etwas wie ein „Burn- out“, oder die oft zitierten „persönlichen Gründe“ oder ob er fürchtet, dass es in absehbarer Zeit zu grünen Skandalen kommen könnte („Plagiat- Affäre“, „Chorherr- Skandal“, Parkgaragen- Unfall seines Fahrers etc.) ; nichts Genaues weiß man nicht.

 Man kann den Faden weiterspinnen: Wenn Kogler gehen sollte, dann würde wohl auch Gesundheitsminister Rauch gehen. Der singt ja längst den alten STS- Hit „I wü wieder ham“ („Fürstenfeld“). Dann könnte aber auch die unter Druck stehende Justizministerin Zadic die Reißleine ziehen. Und Kanzler Nehammer könnte bei dieser passenden Gelegenheit einige ÖVP- Regierungsmitglieder austauschen. Das wäre sicher von Vorteil für angedachte Neuwahlen. Und diesen Vorteil hätte die ÖVP laut jetzigen Umfragewerten bitter nötig. Aktuell wäre ja sogar der zweite Platz hinter der SPÖ in Frage gestellt. Allerdings: Es sind alles nur Vermutungen auf Grund einiger Gerüchte und Anzeichen.