Zuerst dachte der oberösterreichische Landeshauptmann Stelzer laut über Sinn und Wirkung der Russland- Sanktionen nach und dann folgte der neue Tiroler Landeshauptmann nach. Als Reaktion meldete sich der FPÖ- Chef Kickl zu Wort und forderte eine Volksbefragung zu den Sanktionen. Er betrachtet nämlich die Sanktionen, sicher nicht ganz zu Unrecht, als „Anheizer der Teuerung und Knieschuss für die heimische Wirtschaft“, was offenbar der ÖVP jetzt aufzufallen scheint. Aus dem Grund fordert er eine Volksbefragung „so schnell wie möglich“, denn „wir haben keine Zeit zu verlieren“. Aber wo kämen wir denn da hin, wenn man Kickls Forderung nachkommen würde? Also sah sich die Regierung bemüßigt, dem entgegen zu wirken und bekräftigte, dass ihre Position zu den Sanktionen unverändert sei. Das Außenministerium bekräftigte: „Die Sanktionen wirken – jeden Tag ein Stück mehr. Die russische Wirtschaft wird dieses Jahr um mindestens 6 Prozent schrumpfen, andere Prognosen sprechen sogar von 10 Prozent. Für die EU erwartet die EU- Kommission hingegen ein Wachstum von rund 2,7 Prozent …Wir wollen eine regelbasierte Weltordnung, nicht das Gesetz des Dschungels, …“ erklärte das Außenministerium. In einem „Krone“- Artikel wurde auch eine Umfrage zu den Russland- Sanktionen veröffentlicht. Laut dieser Umfrage sind 46 Prozent der Meinung, dass die Sanktionen der EU mehr schaden. 24 Prozent meinen, sie schaden beiden Seiten gleich und nur 14 Prozent meinen, dass sie Russland mehr schaden. Und trotzdem meinen 39 Prozent, man solle die Sanktionen verschärfen bzw. belassen und 38 Prozent sprechen sich für ganz zurücknehmen oder lockern aus.

  In einigen Monaten, wenn die Menschen die Belastungen durch die Sanktionen so richtig zu spüren bekommen, wäre das Ergebnis einer Umfrage wesentlich eindeutiger gegen die Sanktionen. Da wird es aber keine Umfrage zu den Sanktionen mehr geben. Und wenn als Folge der Sanktionen die russische Wirtschaft einbricht, mag das schon stimmen. Dass die EU- Kommission ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent in der EU erwartet, wird auch stimmen. erwarten kann man ja auch 10 Prozent oder mehr. Ob die Wirtschaft aber um etwa 2,7 Prozent wirklich wächst, ist nicht so sicher. Bei weiterhin stark steigenden Energiepreisen und bei einer ungewissen Zukunft auf dem Rohstoffsektor ist Wirtschaftswachstum nicht mehr so sicher. Zusätzlich schmilzt den Menschen das Geld, sofern sie noch etwas haben, inflationsbedingt zwischen den Fingern weg. Die gefühlte Inflation beträgt ja nicht etwa die verkündeten 9 Prozent, sondern ist eher doppelt so hoch. Dieser Verlust an Kaufkraft, egal ob 10 oder doch eher 20 Prozent kann sich nicht positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Die Abneigung gegen die Maßnahmen der Regierung, gegen die Regierung selbst, gegen die EU- Kommission wird in den nächsten Monaten steigen, auch wenn die Kritiker pauschal als Rechtsextreme, als Putin- Versteher, als Solidaritätsverweigerer, als Kollaborateure usw. beschimpft werden.

  Und dass die USA Nutznießer der problemgebeutelten EU sind, wird geflissentlich verschwiegen. Die USA profitieren z. B. dadurch, dass sie die EU zu den Sanktionen gegen Russland „ermunterten“. Bei Öl z. B. oder Kohle. Und die Europäer jetzt statt russischem Öl sauteure Rohölprodukte, produziert aus billigem russischem Öl, beispielsweise von Indien kaufen.Und indem  einige EU- Staaten sich weigerten, neue Bezahlregeln bei russischem Gas zu akzeptieren und somit kein Gas mehr geliefert bekamen oder gleich sagten, sie nehmen kein russisches Gas mehr, wurde Gas zur Mangelware – und teuer. „Retter in der Not“ waren die USA, die ihr Fracking- Gas teuer an die Europäer verkaufen. Waren es im Vorjahr noch 20 Prozent ihres Gases, welches in die EU ging, sind es heuer schon 60 Prozent. Und das, wie zu lesen war, zum mehr als 7-fachen Preis des russischen Gases. Und auch die US- Waffenindustrie jubelt. Bei den von den EU- Staaten an die Ukraine gelieferten Waffen handelt es sich ja zu einem großen Teil um US- Produkte, die wieder ersetzt werden müssen.