Ein Kriminalfall in Tirol sorgt jetzt österreichweit für Aufsehen. Zu nachtschlafener Zeit um 4:50 Uhr fiel einer Polizeistreife ein als gestohlen gemeldeter Kastenwagen auf. Auf Anhalteversuche reagierte der Lenker des Kastenwagens mit einer halsbrecherischen Flucht, umfuhr auch eine Straßensperre. Nach 30 Kilometer endete die Wahnsinnsfahrt auf Bahngleisen, der Wagen steckte fest. Als sich zwei Polizisten zu Fuß dem Kastenwagen näherten, gab es einen lauten Knall am Fahrzeug.

  Jetzt möchte ich ein wenig vom echten Thema abweichen: Ein Kastenwagen wird gerade in letzter Zeit oft in Verbindung gebracht mit kriminellen und gewaltbereiten Schleppern, mit denen es auch schon zu Schusswechseln mit der Polizei kam. Und da es bei diesem Kastenwagen einen „lauten Knall“ gab, als sich die Polizisten näherten – wer kann es den Polizisten verübeln, dass sie zum Selbstschutz das vermeintliche Feuer erwiderten, also mit der Dienstwaffe auf den Kastenwagen schossen? Ein „14- jähriger Einheimischer“ – ob er Lois oder Karl heißt, ist nicht bekannt –  wurde von zwei der neun abgefeuerten Kugeln getroffen. Ob er das gestohlene Fahrzeug lenkte oder einer der 13- bzw 14- Jährigen, die vor der Polizei noch flüchten konnten, wurde (noch) nicht erwähnt. Diese Beiden und zwei weitere 13- Jährige, die vorher schon aus dem Fahrzeug geflüchtet waren, konnten kurz darauf aufgegriffen werden. Zu den 13- und 14- jährigen Nachwuchs- Verbrechern sagte die Chefin der Tiroler Landes- Kripo: „Die Beteiligten sind trotz ihrer Minderjährigkeit wegen diverser Delikte amtsbekannt“. Divers heißt in dem Fall: Einbrüche, Nötigungen, Körperverletzungen. Über die Eltern des kriminellen Nachwuchses wird übrigens kein einziges Wort verloren.

  Das sind keine Kinder und das ist auch kein „dummer Lausbubenstreich“. Und wer so mit einem Auto fährt, sitzt auch nicht das erste Mal hinter einem Lenkrad. Und dass sich der Vorfall vor 5 Uhr früh ereignete, nur nebenbei. Das sind schlicht und einfach Kriminelle. Amtsbekannt auch wegen Körperverletzung mit 13 Jahren (oder früher?) Die Polizei ermittelt jetzt intern wegen der Schussabgabe. (Nochmals: Kastenwagen: Verdacht auf kriminelle Schlepper!) Den beiden Polizisten kann alles Mögliche bis hin zu einem ihre Existenz gefährdenden Strafverfahren drohen. Weil sie zum Selbstschutz die Waffe einsetzten. Sie konnten zu dem Zeitpunkt ja nicht wissen, dass nicht auf sie geschossen wurde.
  Dieser Vorfall zeigt wieder einmal dass es allerhöchste Zeit wäre, die Strafmündigkeit von jetzt 14 Jahren herabzusetzen auf beispielsweise 12 Jahre. Es kann doch nicht sein, dass ein 12- oder 13- jähriger Gewalttäter den Polizisten mit einem Grinsen im Gesicht den Stinkefinger zeigt, wenn er sanktionslos seinen Eltern übergeben wird.