Anlässlich des Staatsbesuches von Russlands Präsident Putin in Wien wurde im Vorfeld auch viel über die Krim gesprochen, u. a. auch beim von Armin Wolf in Moskau geführten Interview mit dem russischen Präsidenten. (Dabei musste sich übrigens der „ORF- Wolf“ von Putin mehrmals zurechtweisen lassen.) Wolf ritt jedenfalls auch auf dem Krim- Thema herum und entlockte Putin die Äußerung, dass die Krim niemals wieder ukrainisch werde. Eine epochale Erkenntnis für die ehrfürchtig lauschenden Zuseher; das hätten sie doch nie vermutet. Wobei, so nebenbei erwähnt, der ehemalige Ministerpräsident der UdSSR, Nikita Chruschtschow, die bis dahin russische bzw. sowjetische Halbinsel Krim im Jahr 1954 an den Sowjet- Staat Ukraine „verschenkte“, obwohl er dazu nicht legitimiert war. Dieser jetzige Eiertanz um die Krim und ob das jetzt eine Annektion oder eine Wiedereingliederung oder ein per Referendum von der Krim- Bevölkerung gewünschter Anschluss an Russland oder sonst was war und ob dieser Vorgang international anerkannt wird oder nicht und ob das völkerrechtlich in Ordnung ist oder nicht, erregt jetzt wieder einmal die Gemüter. Über den „Maidan- Staatsstreich“ in der Ukraine , der der Auslöser für die Abspaltung der Ostukraine von Kiew und somit der Beginn des Krieges in der Ukraine und in weiterer Folge der Grund für den Wechsel der Krim von einem Teil der Ukraine zu einem Teil Russlands war, hört man so gut wie nichts mehr und auch der ORF- Mann Wolf wollte sich im Gespräch mit Putin dazu nicht äußern.

Völkerrechtlich fast in Ordnung und von über 100 Staaten anerkannt ist hingegen, im Gegensatz zur Sache mit der Krim, die Sache mit dem Kosovo. Dieser Ministaat war früher ein Teil Jugoslawiens, ist seit 2003 eine Teilregion von Serbien und erklärte sich 2008 für unabhängig. Seit dieser Zeit sind auch UNO- Truppen dort stationiert, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Mit dem Gebilde Kosovo, von westlichen Mächten geschaffen, ist sichergestellt, dass der Balkan nicht zur Ruhe kommt.

Die Golanhöhen, ein international anerkannter Teil Syriens, wurden während des Krieges 1967 von Israel besetzt und 1981 annektiert. Über diese seit mehr als 50 Jahre andauernde Besetzung bzw. seit 37 Jahren andauernde Annektion wird aber kein Wind gemacht, obwohl Syrien das Gebiet nach wie vor beansprucht. Die Golanhöhen kamen allerdings in Österreich jetzt wieder ins Gespräch. Es wurde nämlich ein mehrere Jahre altes Video veröffentlicht,in dem zu sehen ist, wie eine syrische Patrouille von angeblichen Schmugglern getötet wurde und österreichische UNO- Soldaten dieses Verbrechen beobachteten und kommentierten.

Worin unterscheiden sich diese drei Fälle?

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