Der G7- Gipfel. Eine Veranstaltung, die immer schon aufregte. Bis 2014 war es ja der G8- Gipfel, da war Russland noch dabei. Russland wurde aber ausgeschlossen, wegen der Ukraine, genau genommen wegen der Krim. Eigentlich hätte man jene Staaten ausschließen sollen, die den Putsch in der Ukraine inszenierten und somit auch den Bürgerkrieg auslösten, aber das ist eine andere Geschichte. Jetzt ist es also die „Gruppe der Sieben“, der vermeintlich sieben bedeutendsten Industrienationen, deren Staats- und Regierungschefs sich regelmäßig treffen, um Fragen der Weltwirtschaft zu besprechen. Und heuer hat eben Frankreichs Präsident Macron zum G7- Gipfel geladen, um Hof zu halten. Er gibt, wie ein Magazin schreibt, „den staatstragenden Gastgeber“ und es soll alles mögliche zur Sprache kommen bei dem Gipfel im französischen Baskenland. Vom Irankonflikt über die Regenwaldbrände bis hin zu Handelsspannungen und Strafzöllen, die den Handel belasten. Der Gipfel steht aber unter keinem besonders guten Stern. Man könnte fast sagen: Alle gegen Trump. Aber nicht nur unter den Gipfelteilnehmern gibt es Spannungen, sondern auch abseits des Gipfels. Kilometerweit entfernt vom Gipfelort kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anti- G7- Demonstranten und der französischen Polizei, wurden mit Kabelbindern gefesselte Demonstranten abgeführt und setzte die Polizei Tränengas und Gummigeschosse ein; da haben sie ja schon Erfahrung von den Gelbwesten- Demos. Ja, wenn sich die Mächtigen treffen, ist das Demonstrationsrecht und die Meinungsfreiheit in der EU nicht mehr allzu viel wert. Und Verbot von Demonstrationen trägt zur Eskalation bei. Auch sonst waren die französischen Behörden sehr darum bemüht, die Sicherheit ihrer Gäste zu garantieren. 13.000 Polizisten und Soldaten sorgten dafür, dass in Biarritz, wo das Treffen stattfand, absolute Ruhe herrschte bzw. Ausnahmezustand. Geschäfte waren geschlossen, Touristen verbannt. Und überall Sicherheitskräfte.

Neben der hohen Politik und den auch von den Gipfelteilnehmern am Leben gehaltenen Krisenregionen wie Libyen oder Syrien oder Jemen soll auch über den Umweltschutz gesprochen worden sein. Die werten Herrschaften samt Dame gingen aber sicher nicht mit gutem Beispiel voran. Abgesehen von der Unzahl an Flügen, die die Gipfelteilnehmer samt ihrer Entourage und allem Zeugs wie z. B. mit eingeflogenen gepanzerten Fahrzeugen beanspruchen, kommen ja auch die Sicherheitskräfte zu den CO2- Sündern dazu. 13.000 Mann samt Fahrzeugen, zusammengezogen von irgend woher und dann noch die Luftraumüberwachung; da sollte man besser nicht mehr von Klimaschutz sprechen.

Und zu guter – oder treffender gesagt – zu schlechter Letzt kam dann noch eine absolute Peinlichkeit dazu: Ein Sterne- oder Haubenkoch, der für das leibliche Wohl der G7- Hauptdarsteller zuständig war, servierte einen von der Ausrottung bedrohten Thunfisch. Er wird aber trotzdem gut geschmeckt haben.

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