Der erste Schritt ist getan; die deutsche Kanzlerin Merkel hat den Parteivorsitz abgegeben. Um ihre Nachfolge stritten sich der Black Rock- Mann Friedrich Merz, der Gesundheitsminister Jens Spahn und die CDU- Generalsekretärin Kramp- Karrenbauer, besser bekannt als „AKK“. Merkel begrüßte diesen Wettbewerb und sagte: „Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht“. Die Stichwahl wurde zwischen Merz, der offen von Ex- Finanzminister Schäuble unterstützt wurde und „AKK“, für die sich Minister Altmaier stark machte, entschieden. Es war kein überwältigender Sieg für AKK, bei Gott nicht. Von den 999 abgegebenen gültigen Stimmen erhielt sie 517, das waren 51,75 Prozent, aber Merkel hat ihre Wunschkandidatin bzw. Wunschnachfolgerin durchgesetzt.

Ändern wird sich mit der neuen Parteichefin nicht viel in der CDU, AKK wird dort weitermachen, wo Merkel aufhörte und gar so viel gibt es für eine Parteichefin außerhalb Wahlzeiten und fernab von Parteitagen für eine Parteichefin ja auch nicht zu tun. Zumindest nicht an Öffentlichkeitsarbeit. Einzig die Optik der Vorsitzenden wird sich ändern. Kein Hosenanzug mehr, den ein Schreiber einst einem chinesischen Modedesigner namens „Tsu Eng“ zugeschrieben hatte, sondern ein Rock. Zumindest jetzt noch, aber vielleicht ändert sich das auch noch mit der Zeit. Ja, und die berühmte Handhaltung, die „Raute“, wird weiterhin das Markenzeichen der Kanzlerin sein. Der Noch- Kanzlerin, denn viele Insider der deutschen Politik sind davon überzeugt, dass Merkel nächstes Jahr, spätestens aber 2020 als Kanzlerin zurücktreten wird und Kramp- Knarrenbauer ihr auch als Kanzlerin nachfolgen wird. Es ist also ein Rücktritt auf Raten von Merkel und er erfolgt nicht ganz freiwillig. Auslöser waren ein paar „vergeigte“ Landtagswahlen, bei denen die CDU – und in Bayern auch die Schwesterpartei CSU – massive Verluste einfuhr, wobei die Gründe dafür in einer von der Bevölkerung nicht mehr akzeptierten Flüchtlingspolitik zu suchen waren. Sie sagte in ihrer Abschiedsrede denn auch: “ … Ich weiß sehr wohl, dass ich mit meinem Politikstil eure Nerven sehr auf die Probe gestellt habe…“

Es wird also weitergehen wie bisher, denn Kanzlerin ist sie ja noch. Und es wird in der Partei weitergehen wie bisher, denn die neue Parteichefin wird Merkels Kurs fortsetzen und sich negativ auswirkende Streitereien mit der Schwesterpartei CSU gibt es schon jetzt nicht mehr, denn Seehofer hat nicht mehr viel zu sagen und durch die Streitereien wurde ja auch die CSU geschädigt. Die Umfragewerte für die Unionsparteien CDU/CSU haben jedenfalls das Tief überwunden, sind wieder im Steigen. Also kein Grund, die Politik zu ändern.

Advertisements