Es ist erst ein paar Wochen her, dass sich Griechenland und die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Mazedonien im seit 25 Jahren andauernden Streit um den Namen des Staates geeinigt haben. Der Staat, der bei uns schon immer „Mazedonien“ hieß, heißt jetzt hochoffiziell „Republik Nord- Mazedonien“ und nicht mehr „EJRM – Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“. Mit dieser Einigung ist auch der Weg frei gemacht worden für einen NATO- Beitritt und für die Aufnahme von EU- Beitrittsverhandlungen. Die EU hat ja den Start von Beitrittsverhandlungen in 2019 schon angekündigt und auch die NATO buhlt schon um das kleine Land am Balkan. Der NATO- „General“ Stoltenberg sagte beim NATO- Treffen in Brüssel: „Die Tür der NATO ist und bleibt offen! Wir sind übereingekommen, die Regierung in Skopje einzuladen, Beitrittsgespräche zu beginnen“. Es heißt, in ein bis zwei Jahren könnte das Land NATO- Mitglied sein. Ja, die NATO will wachsen und aufrüsten. Und wachsen will ja auch die EU; trotz aller internen Probleme. Mazedonien wird aber nicht nur als Beitrittskandidat umworben. Auch bei der Asylfrage stand Mazedonien im Fokus. Die „Kooperation der Tätigen“, vor Kurzem noch als „Kooperation der Willigen“ bezeichnet, will ja in Nordafrika oder auch in Europa außerhalb der EU sogenannte Rückkehrzentren oder Flüchtlingszentren oder Auffanglager einrichten, in denen dann Asylanträge gestellt werden können. So ist zumindest der vage Plan, mit dem das Flüchtlingsproblem in der EU, genau genommen in einigen EU- Ländern, darunter Österreich, gelöst werden soll. Nachdem schon Albanien, das ebenfalls im Gespräch war, die Einrichtung solcher Zentren ausschloss, sagte jetzt auch Mazedonien ab. „Ich denke, da werden wir standhaft bleiben… Man kann uns, den Balkan, nicht nutzen, um Flüchtlinge abzuwehren“, sagte der mazedonische Außenminister.

Bei einem EU- Beitritt wird sich das Land nicht so zieren. Ganz besonders die EU wird in Skopje offene Türen einrennen, wird doch das Land als EU- Mitglied zu den Netto- Empfängern gehören.

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