Der 21. September ist der von den Vereinten Nationen (UNO) ausgerufene „Internationale Tag des Friedens“. Am 21. September 1981, dem Tag der damaligen UNO- Vollversammlung, verkündete die Generalversammlung: „Dieser Tag soll offiziell benannt und gefeiert werden als Weltfriedenstag (International Day of Peace) und soll genützt werden, um die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken“. Zum Weltfriedenstag fand jetzt in New York die 77. Generaldebatte der UNO- Vollversammlung statt. In seiner Rede sprach der UNO- Generalsekretär Guterres über den Ukraine- Krieg, über explodierende Lebenshaltungskosten, soziale Ungleichheiten usw. und betonte: „Unsere Welt ist in großen Schwierigkeiten. Diese Krisen bedrohen die Zukunft der Menschheit und das Schicksal unseres Planeten. Wir haben die Pflicht zu handeln …“ Die internationale Gemeinschaft sei aber nicht bereit oder willens, „die großen dramatischen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen“.

  Unser werter Bundespräsident Van der Bellen war auch bei der Eröffnung der UNO- Generalversammlung in New York dabei. Von dort „zwitscherte“ er dann: „Die UNO ist ein Friedensprojekt, genau so wie unsere Europäische Union. Gerade in diesen Zeiten dürfen wir das nicht vergessen. Denn Frieden und Wohlstand lassen sich nur in globaler Zusammenarbeit erreichen und erhalten“. Schön gesprochen hat er da, der Herr. Bei der UNO mag ich das Friedensprojekt noch einigermaßen ohne Widerspruch gelten lassen. Bei der EU, die sich überheblich selbst als „Friedensprojekt“ bezeichnet und als „Werte- Union“, aber nicht. Im Angriffskrieg 1999 gegen Serbien (Republik Jugoslawien), offiziell ein NATO- Krieg, waren EU- Staaten als NATO- Mitglieder dabei. Bei diversen „Friedensmissionen“ wie z. B. in Afrika oder Asien stehen Soldaten von EU- Staaten unter NATO- Kommando. Und gerade jetzt, im Ukraine- Krieg, zeigt sich, was das „Friedensprojekt EU“ wert ist. Da werden an die Ukraine Waffen geliefert, was das Zeug hält, um den Krieg zu verlängern und das Leid und die Zerstörungen zu steigern. Da werden ukrainische Soldaten ausgebildet. Da wird nichts hinterfragt und da wird Partei ergriffen, dass es nur mehr peinlich ist. Da wird der Stellvertreterkrieg befeuert – auf der einen Seite Russland, auf der anderen Seite die Ukraine, in deren Schatten die USA, die EU, Großbritannien und einige andere Länder, also die NATO, die auf Kosten der Ukraine ihr böses Spiel spielen unter der Devise: Russland muss geschlagen werden. Zu diesem bösen Spiel gehören auch die Sanktionen gegen Russland. diese Sanktionen werden von EU- Politikern ja schon als Erfolg gewertet, wenn sie im eigenen Land nicht mehr Schaden anrichten als in Russland. Aber es darf niemand zweifeln und niemand rütteln an den Sanktionen. Und wenn jetzt unser aller Bundespräsident (oder heißt es besser: unser alter Bundespräsident?) meint, dass sich Friede und Wohlstand nur in globaler Zusammenarbeit erreichen und erhalten lässt, dann dürfte er irgendwas falsch verstanden haben. Dann hat er nicht begriffen, dass die Sanktionen den Krieg in der Ukraine nicht beendet haben und nicht beenden werden. Dann hat er auch nicht begriffen, dass die Sanktionen den Russen sehr wohl schaden, deren Folgen aber ganz massiv auch den EU- Staaten, aber in keiner Weise den USA. Die sind die Nutznießer. Die extremen Teuerungen in der EU, speziell bei Energie, sind nicht nur aber auch eine Folge der Sanktionen. Und wenn die Wirtschaft an die Wand gefahren wird und Teile der Bevölkerung in die Armut abrutschen, dann ist es vorbei mit Wohlstand erreichen und erhalten. Das hat der Bundespräsident anscheinend auch nicht begriffen. Dieser Preis ist zu hoch für irgendwelche Phrasen und Ideologien, bei denen die EU- Bürger die eindeutigen Verlierer sind. Aber sie können ja immer noch seinen Rat befolgen, nämlich „die Zähne zusammenbeißen“.